Jobvermittlungsbüro in Tokio (Archivbild) | AFP

Analyse zum Arbeitsmarkt Krise kostet 126 Millionen Jobs weltweit

Stand: 02.06.2021 15:53 Uhr

Die Corona-Krise wirkt sich laut den UN verheerend auf die Arbeitsmärkte weltweit aus. In diesem Jahr seien 100 Millionen Vollzeitjobs weggefallen, in 2022 würden es noch einmal 26 Millionen werden, so die Weltarbeitsorganisation ILO.

Millionen Menschen haben weltweit durch die Corona-Krise ihre Arbeit verloren oder mussten Arbeitsstunden reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Weltarbeitsorganisation (ILO) in einer Trendanalyse.

"Wenn sich die Pandemie nicht weiter verschärft, sollte in der zweiten Jahreshälfte zwar eine Erholung an den Arbeitsmärkten einsetzen", teilte ILO-Generaldirektor Guy Ryder mit. Doch selbst die mit einem Konjunkturaufschwung verbundene Rückkehr an Arbeitsplätze und die Schaffung neuer Stellen reiche nicht, um in 2022 den Mangel an bezahlter Arbeit auszugleichen. Zu den Rückkehrern drängten zusätzlich jedes Jahr Millionen junge Leute neu auf den Arbeitsmarkt.

126 Millionen Vollzeitstellen verloren

2020 sind nach Angaben der ILO 8,8 Prozent aller Arbeitsstunden weltweit verloren gegangen. Das entspreche der Leistung, die 255 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Vollzeitstellen innerhalb eines Jahres leisten. Der corona-bedingte Verlust an Arbeitsplätzen und Arbeitsstunden entspreche 2021 noch 100 Millionen Vollzeitstellen, im kommenden Jahr 26 Millionen.

Damit dürften in diesem Jahr 220 Millionen Menschen weltweit arbeitslos sein, im kommenden Jahr noch 205 Millionen. Vor der Krise, also 2019, waren es nach ILO-Schätzungen 187 Millionen.

Frauen stärker von Jobverlusten betroffen

Ryder betonte, dass Frauen stärker als Männer von den Jobverlusten betroffen seien. Ebenso litten junge Menschen stärker unter der Krise als Menschen, die im Arbeitsleben etabliert seien. Die Störungen auf dem Arbeitsmarkt für junge Leute könnten noch Jahre andauern. Zudem mache sich die Arbeitslosigkeit stärker in armen Ländern bemerkbar als in reichen.

Erholung in den Regionen sehr unterschiedlich

Die Erholung werde je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen, so die ILO weiter. Zum einen, weil nicht überall gleich schnell gegen das Coronavirus geimpft werde und damit Corona-Schutzmaßnahmen aufgehoben werden können - zum anderen, weil ärmere Länder nicht in der Lage seien, große Pakete zur Ankurbelung der Konjunktur zu schnüren.

Die ILO, eine Sonderorganisation der UN, kalkulierte den Wegfall von Arbeitsstunden infolge der Corona-Krise und rechnet die Einbußen in Jobverluste um. Grundlage der Berechnungen ist eine 48-Stunden-Woche.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Juni 2021 um 15:20 Uhr.