Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck spricht in Berlin auf einer Pressekonferenz. | dpa

Habeck zu Energieabhängigkeit Russische Ölimporte bis Sommer halbieren

Stand: 25.03.2022 10:32 Uhr

Laut Wirtschaftsminister Habeck könnte Deutschland die russischen Ölimporte bis Jahresmitte halbieren. Beim Gas sei es möglich, "bis Mitte 2024 weitgehend unabhängig" zu werden, sagte er in Berlin.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges reduziert Deutschland seine Abhängigkeit von russischen Energieimporten nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck "mit hohem Tempo". Schon Mitte dieses Jahres "werden die russischen Ölimporte nach Deutschland voraussichtlich halbiert sein", sagte Habeck in Berlin. Zum Jahresende werde angestrebt, "nahezu unabhängig" von russischem Öl zu sein.

Auch die Abhängigkeit von Kohle werde in den kommenden Wochen von 50 auf rund 25 Prozent sinken, sagte Habeck weiter. Bis zum Herbst werde es möglich sein, unabhängig von russischer Steinkohle zu werden. "Unternehmen lassen Verträge mit russischen Lieferanten auslaufen, verlängern sie nicht und stellen auf andere Lieferanten um. Und das in einem Wahnsinns-Tempo", so Habeck.

Habeck: Mitte 2024 weitgehend unabhängig beim Gas

Beim Gas dauere der Prozess etwas länger. Habeck betonte erneut, dass ein vollständiges Embargo gegen russisches Gas derzeit nicht möglich sei. "Noch wären die ökonomischen und sozialen Folgen zu gravierend."

Dennoch gebe es beim Gas ebenfalls Fortschritte, der Prozess sei aber "anspruchsvoll". Möglich sei es aber, "bis Mitte 2024 weitgehend unabhängig" auch von russischem Gas zu werden. Das sei aber nur bei einem starken Ausbau der erneuerbaren Energien möglich. Deutschland werde den Abschied von russischem Gas "nur mit einem gemeinsamen Kraftakt schaffen - Bund, Länder, Kommunen, Unternehmen und private Haushalte zusammen", so Habeck.

Für die Gasversorgung stellte Habeck erneut in Aussicht, dass Deutschland auf Spezialschiffe zurückgreifen könne. Demnach habe das Ministerium über die Versorger RWE und Uniper drei schwimmende Flüssiggasterminals vorgesehen. Die Unternehmen seien derzeit in Vertragsverhandlungen für drei dieser Spezialschiffe, mit denen Flüssiggas von Tankern aufgenommen und wieder gasförmig gemacht werden kann. "Die Bundesregierung prüft derzeit mögliche Standorte an der Nord- und Ostsee, in denen diese kurzfristig - teilweise schon für den Winter 2022/23 - zum Einsatz kommen können", hieß es zuvor in einem Vermerk des Bundeswirtschaftsministeriums.