Boris Johnson und Wolodymyr Selenskyj | picture alliance / AA

Hilfe aus Großbritannien Kein Zoll für ukrainische Produkte

Stand: 26.04.2022 10:39 Uhr

Die britische Regierung hat neue Maßnahmen zur Unterstützung der ukrainischen Wirtschaft angekündigt. So verzichtet Großbritannien etwa auf die Zölle für Waren aus der Ukraine.

Großbritannien verzichtet im Rahmen eines Freihandelsabkommens auf Zölle für Waren, die aus der Ukraine stammen. Die Zölle würden vorübergehend auf null Prozent gesetzt und sämtliche Einfuhrquoten abgeschafft, teilte die britische Regierung mit.

"Wir stehen in diesem anhaltenden Kampf unerschütterlich an der Seite der Ukraine und werden daran arbeiten, dass die Ukraine als freie und souveräne Nation überlebt und gedeiht", sagte Anne-Marie Trevelyan, Großbritanniens Staatssekretärin für internationalen Handel. Die Zollmaßnahmen sind Teil der Wirtschaftshilfen des Vereinigten Königreichs für die Ukraine, zu der auch Kreditgarantien in Höhe von einer Milliarde britischen Pfund gehören.

Die Maßnahme erfolge auf direkte Bitte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Durch die Senkung der Zölle auf wichtige Exportgüter wie Gerste, Honig, Tomatenkonserven und Geflügel auf null will die britische Regierung die ukrainische Wirtschaft in der Krise unterstützen. Derzeitig liegen die Importzölle für Waren aus der Ukraine bei rund 22 Prozent. Der britische Premierminister Boris Johnson versprach bereits bei seinem Besuch in Kiew Anfang dieses Monats, die Zölle zu senken.

Weitere Exportverbote für Abhör- und Überwachungsgeräte nach Russland

Gleichzeitig kündigte die Regierung in London neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland an. So soll ein Exportverbot für Produkte und Technologien nach Russland auf Abhör- und Überwachungsgeräte ausgeweitet werden. Man wolle alle "Schlupflöcher schließen", damit Russland keine Waren mehr aus dem Vereinigten Königreich kaufen kann, um "das heldenhafte Volk der Ukraine zu unterdrücken", hieß es in der Erklärung der Regierung.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die britische Regierung die Zollsanktionen gegen Russland und dessen Verbündeten Belarus verschärft und die Einfuhr von Silber- und Holzprodukten verboten. Zuvor waren bereits der Import von Eisen- und Stahlprodukten sowie der Export von Quantentechnologien, fortschrittlichen Materialien und Luxusgütern verboten worden. Außerdem wurden die Zölle für Produkte wie Diamanten und Gummi aus Russland um 35 Prozentpunkte erhöht.