Autoaußenspiegel dekoriert mit Großbritannien-Flagge | picture alliance / Zoonar

Autoabsatz im September Britischer Pkw-Markt auf 20-Jahres-Tief

Stand: 05.10.2021 16:18 Uhr

Die negativen Wirtschaftsmeldungen aus Großbritannien reißen nicht ab. Nun steht auch der Neuwagenmarkt kräftig unter Druck. Im September wurden so wenige neue Pkw zugelassen wie zuletzt vor mehr als 20 Jahren.

Die Verkaufszahlen von Autos brechen in Großbritannien ein. Im September wurden im Vereinigten Königreich nur rund 215.000 neue Pkw zugelassen. Das waren gut 34 Prozent weniger als im September 2020. Der Monat sei damit der schwächste seit mehr als 20 Jahren gewesen, teilte die die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) mit.

Der starke Rückgang im Jahresvergleich ist um so erstaunlicher, da die Vergleichszahl aus dem Vorjahresmonat infolge der damals noch umfangreichen Corona-Beschränkungen die Wirtschaft bereits vergleichsweise niedrig war. Inzwischen hat das Land seinen "Freedom Day" gefeiert und zu diesem Zeitpunkt fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben.

Verglichen mit den Zeiten vor der Pandemie lag der Absatz im abgelaufenen Monat sogar fast 45 Prozent unter dem dem Zehn-Jahres-Durchschnitt für den eigentlich starken Monat September. Seit 1999 gelten in Großbritannien neue Vorgaben für Neuregistrierungen, seitdem lagen die Zahlen für September immer höher als davor.

Die Zahlen seien "bitterlich enttäuschend", meinte Mike Hawes, Chef des Branchenverbandes. Er machte die Auswirkungen der Pandemie für die Entwicklung verantwortlich. "Obwohl wir im Sommer eine hohe Nachfrage nach Autos hatten, sind wir durch den Chipmangel bereits drei Monate in Folge durch Lieferschwierigkeiten belastet, vor allem aus Asien." Etliche Hersteller weltweit mussten wegen des weltweiten Mangels bereits zeitweise ihre Produktion aussetzen.

Lichtblick Elektroautos

Gegen den schwachen Trend bauten Elektroautos ihre Position auf dem britischen Markt kräftig aus. Insgesamt wurden 32.721 rein batteriebetriebene Autos (BEV) neu zugelassen. Das waren gut 49 Prozent als vor einem Jahr. Der Marktanteil kletterte von 6,7 auf 15,2 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Dezember 2020 um 19:10 Uhr.