Gasdruckmessgerät an einer Pipeline | dpa

Frankreich ohne Lieferung Russland dreht weiter am Gashahn

Stand: 17.06.2022 15:11 Uhr

Gas ist eine Trumpfkarte Russlands. Und wie stark diese ist, scheint Moskau auszutesten: Nach der Drosselung für Deutschland bekommt Frankreich gar kein russisches Gas mehr per Pipeline. Und auch bei Italien und der Slowakei wird weiter gekürzt.

Frankreich erhält kein russisches Gas mehr über Pipelines. Wie der französische Netzbetreiber GRTgaz mitteilte, ist dies bereits seit Mittwoch der Fall und zudem der "Unterbrechung des Gasflusses zwischen Frankreich und Deutschland" geschuldet.

Das Land bekommt 17 Prozent seiner Gaslieferungen aus Russland, das meiste normalerweise über Pipelines, den Rest als Flüssigerdgas. Wie GRTgaz mit Blick auf den kommenden Winter weiter mitteilte, sind die Speicher zu 56 Prozent gefüllt. Normal zu dieser Zeit sind rund 50 Prozent.

Nur noch 50 Prozent in Italien

Der russische Energiekonzern Gazprom hat unterdessen auch die Erdgas-Lieferungen an Italien gedrosselt. Nach Angaben des teilstaatlichen Gasversorgers Eni sagte Gazprom von heute an nur noch 50 Prozent der bestellten Liefermenge zu.

Eigentlich hatte Italien für heute 63 Millionen Kubikmeter Gas aus Russland bestellt. Schon in den vorigen Tagen waren die Gaslieferungen gedrosselt worden: am Mittwoch um 15 Prozent und am Donnerstag um 35 Prozent der bestellten Mengen.

Und auch die Slowakei erhält weniger Gas. Das bestätigte der teilstaatliche Gasversorger SPP: Seit Freitag erhalte er aus Russland nur 50 Prozent der vertraglich vereinbarten Menge. Schon in den Tagen zuvor seien die Liefermengen schrittweise verringert worden, und zwar am Dienstag um zehn Prozent, am Mittwoch um 15 Prozent und am Donnerstag um mehr als ein Drittel.

Gazprom drosselt in mehreren EU-Staaten

Gazprom hatte in den vergangenen Tagen seine Lieferungen in eine ganze Reihe von EU-Staaten gedrosselt. So verringerte der russische Energiekonzern die Lieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland um 60 Prozent. Als Grund nannte der Konzern Verzögerungen bei Reparaturarbeiten durch die Firma Siemens. Auch die Liefermengen nach Österreich wurden gedrosselt.

Zuvor hatte es bereits einen kompletten Lieferstopp für Dänemark und Shell Energy Europe gegeben. Gazprom begründete den Schritt damit, dass sowohl der dänische Konzern als auch Shell für das Gas nicht wie von Russland gefordert in Rubel zahlten. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Juni 2022 um 14:00 Uhr.