Russische Geldscheine | dpa

Russische Gaslieferungen Zahlungen erst schrittweise in Rubel

Stand: 30.03.2022 14:33 Uhr

In der Debatte über die geforderte Bezahlung von Gaslieferungen in Rubel hat Russland angekündigt, die Umstellung solle schrittweise erfolgen. Gleichzeitig diskutiert der Kreml über andere Rohstoffe.

Russland wird die verlangte Zahlung von Gaslieferung in Rubel nicht unmittelbar umsetzen. Die Umstellung solle schrittweise erfolgen, teilte das russische Präsidialamt mit. Bezahlungen in den jeweiligen Landeswährungen seien aber unvermeidbar, da der Dollar als weltweite Reservewährung ausgedient habe.

Ursprünglich sollte die Änderung bereits morgen in Kraft treten. Die Lieferung von Gas und die Bezahlung seien allerdings getrennte Prozesse, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Anweisung von Präsident Wladimir Putin, auf Rubel-Zahlungen umzustellen, sei daher noch nicht für diesen Donnerstag gültig. Putin will sich an dem Tag mit Vertretern des russischen Gasriesen Gazprom und der Zentralbank treffen, um sich über den Stand der Dinge informieren zu lassen.

EU und G7 lehnen Bezahlung in Rubel ab

Russland hatte mit seiner Ankündigung, Gas und Öl nur noch gegen Zahlung in Rubel liefern zu wollen, für einen massiven Streit gesorgt. Die Europäische Union (EU) und die G7-Staaten hatten daraufhin erklärt, dem nicht nachkommen zu wollen. Denn in den Verträgen seien Euro oder Dollar vereinbart seien.

Auch die Bundesregierung machte ihre Meinung deutlich. Die Forderung "stellt einen Bruch der privaten Lieferverträge dar", heißt es etwa in einem aktuell veröffentlichten Text zum Notfallplan Gas.

Nachdem Russland die Drohung eines möglichen Lieferstopps nach Westen aufrecht erhielt und damit Befürchtungen einer Versorgungskrise geweckt hatte, rief Wirtschaftsminister Robert Habeck am Vormittag die sogenannte Frühwarnstufe aus. Dies diene der Vorsorge, sagte der Grünen-Politiker. "Wichtig ist zu betonen, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist", fügte er hinzu.

Moskau diskutiert auch über andere Rohstoffe

Derweil diskutiert Moskau nun über eine Ausweitung der Praxis auf den Export von anderen Rohstoffen und Waren. Kremlsprecher Peskow begrüßte eine solche Initiative von Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin, der vorschlug, auch Öl und weitere Rohstoffe wie Metalle und Kohle sowie Dünger und Getreide in Rubel begleichen zu lassen. "Die europäischen Staaten haben alle Marktinstrumente, um in Rubel zu bezahlen", schrieb Wolodin bei Telegram. "Eine Zusammenarbeit sollte für beide Seiten Vorteile haben."

Der durch die Sanktionen des Westens zuletzt unter Druck geratene Rubel hat seit Putins Ankündigung wieder deutlich an Wert gegenüber dem Dollar und dem Euro gewonnen. Wolodin sagte, die europäischen Staaten sollten endlich aufhören, nach Begründungen zu suchen, warum Zahlungen in Rubel angeblich nicht möglich seien - und einfach zahlen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. März 2022 um 14:00 Uhr.