Gasrohre | AFP

Russische Sanktionen Durch die Ukraine kommt viel weniger Gas

Stand: 12.05.2022 12:25 Uhr

Der Transit von russischem Gas durch die Ukraine nach Europa ist laut aktuellen Angaben erneut zurückgegangen. Ob es einen Zusammenhang mit russischen Sanktionen gibt, ist allerdings unklar. 

Nach den von Russland verhängten Sanktionen gegen ehemalige Tochtergesellschaften von Gazprom im Ausland ist der Gastransit durch die Ukraine nach Europa deutlich zurückgegangen. Das Auftragsvolumen für die Durchleitung russischen Gases lag nach aktuellen Angaben des ukrainischen Netzbetreibers OGTSU bei nur noch 53,2 Millionen Kubikmeter. Laut dem aktuellen Transitvertrag können täglich maximal 110 Millionen Kubikmeter russisches Gas durch die Ukraine nach Europa gepumpt werden.

Das Volumen sinkt

Am Dienstag lag das Auftragsvolumen nach russischen Angaben noch bei 95,8 Millionen Kubikmetern. Am Mittwoch war die Gasmenge auf 72 Millionen Kubikmeter gefallen, weil die Ukraine kriegsbedingt einen Strang durch die schwer umkämpfte Region Luhansk geschlossen hatte. Nun ist sie noch einmal um mehr als ein Viertel gefallen. Ob der drastische Rückgang mit den Sanktionen zusammenhängt, ist offen.

In den vergangenen Wochen wurden mehrfach vergleichbare Mengen durch das ukrainische Pipelinesystem geleitet. Zuletzt war die Transitmenge am 24. April mit 53 Millionen Kubikmetern ähnlich niedrig.

Antrag über weitere Mengen abgelehnt

Gazprom-Sprecher Sergej Kurprijanow erklärte, der Konzern habe die Gasmenge entsprechend den Kiewer Vorgaben am Punkt Sudscha in das ukrainische Pipelinenetz eingespeist. Der Antrag, weitere Mengen über die im Grenzgebiet zu Luhansk liegende Gasmessstation Sochraniwka einzuspeisen, sei von der Ukraine abgelehnt worden, sagte Kurprijanow. Er machte keine Angaben dazu, wieviel Gas Russland über diesen Strang pumpen wollte.

Am Mittwoch hat die russische Regierung Geschäfte mit Gazprom Germania und anderen ehemaligen Tochtergesellschaften des russischen Staatskonzerns Gazprom im Ausland untersagt. Die Regelung betrifft insgesamt 30 Firmen in Europa und eine in den USA und gilt vorerst bis zum 30. September. Gazprom Germania war Anfang April unter staatliche deutsche Kontrolle gestellt worden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Mai 2022 um 12:00 Uhr.