Ursula von der Leyen | EPA

Reaktion auf "Neue Seidenstraße" EU will China Konkurrenz machen

Stand: 01.12.2021 13:45 Uhr

Mit Investitionen von 300 Milliarden Euro in Schwellen- und Entwicklungsländern will die EU China Konkurrenz machen. Das Geld soll etwa in den Bau von Straßen und Bahnlinien fließen, kündigte Kommissionschefin von der Leyen an.

Um den Einfluss der Europäischen Union in der Welt auszubauen, sollen in den kommenden sechs Jahren bis zu 300 Milliarden Euro in die Infrastruktur von Schwellen- und Entwicklungsländern investiert werden. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will die öffentlichen und privaten Mittel bis zum Jahr 2027 aufbringen, um weltweit den Bau von Straßen, Bahnlinien oder Internetverbindungen voranzutreiben. Zudem sollen auch Anlagen zur Herstellung und Verflüssigung von grünem Wasserstoff und Gesundheitseinrichtungen gefördert werden.

Die EU-Initiative namens "Global Gateway" wird als Antwort auf die "Neue Seidenstraße" gesehen, die China 2013 angekündigt hatte. Unter diesem Namen vergibt die Volksrepublik etwa Kredite an andere Länder weltweit und sichert sich dadurch politische oder wirtschaftliche Vorteile. Bis 2020 flossen darunter nach offiziellen Angaben aus Peking knapp 140 Milliarden Dollar (rund 124 Milliarden Euro).

Gegenentwurf zur "Neuen Seidenstraße"

Die EU will ihr Projekt zum Teil aus EU-Programmen finanzieren, unter anderem über die Europäische Investitionsbank (EIB). Sie wolle dabei als "vertrauenswürdiger" Partner in der Welt auftreten und mit demokratischen Werten punkten, sagte von der Leyen. Sie zeigte sich überzeugt, China damit Paroli bieten zu können. 

"Global Gateway hat das Potenzial, die EU zu einem wirkungsvollen geopolitischen Akteur zu machen", sagte der ständige Vertreter der Bundesrepublik bei der EU, Michael Clauß. Das Angebot einer regel- und wertebasierten Zusammenarbeit auf Augenhöhe werde für viele Partnerländer eine attraktive Alternative zur chinesischen Seidenstraße sein.

Positive Reaktion aus der Wirtschaft

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erklärte, die Initiative habe "das Potenzial dazu, die EU zu einem stärkeren geopolitischen Akteur in Asien, Afrika und Lateinamerika zu machen". Es komme nun darauf an, möglichst schnell erste konkrete Projekte umzusetzen, betonte der Abteilungsleiter Außenwirtschaft im VDMA, Ulrich Ackermann.

Über dieses Thema berichtete mdr aktuell am 01. Dezember 2021 um 11:09 Uhr.