Wichtiger Rohstoff der Industrie: Rohöl

Nach EU-Beschlüssen Ölpreis steigt über 123 Dollar

Stand: 31.05.2022 10:10 Uhr

Das Teil-Embargo der Europäischen Union für russisches Öl hat Folgen auf den internationalen Rohstoffmärkten. Die Ölpreise sind auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten geklettert.

Die Einigung der EU-Staaten auf ein weitgehendes Öl-Embargo gegen Russland hat die Ölpreise am Morgen auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten getrieben. Nordseeöl der Sorte Brent stieg um bis zu 1,6 Prozent auf 123,58 Dollar je Barrel. Für US-Öl der Sorte WTI wurden bis zu 118,97 Dollar je Barrel bezahlt, ein Plus von 3,4 Prozent.

Marktteilnehmer verwiesen insbesondere auf die Aussage der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, wonach die Ölimporte der Europäischen Union aus Russland trotz der Ausnahme für Pipeline-Lieferungen bis Ende des Jahres um rund 90 Prozent reduziert werden. "Die teilweise Verbannung russischen Öls aus der EU treibt den Preis für das schwarze Gold nach oben", sagte Thomas Altmann von QC Partners. "Und nach den unerwartet hohen Inflationswerten gestern heizt der steigende Ölpreis die Inflationssorgen weiter an."

Das neue Sanktionspaket der EU sieht vor, dass Ölimporte aus Russland über den Seeweg unterbunden werden. Zudem wollen Deutschland und Polen künftig auch kein Öl mehr über Pipelines beziehen.

Ölmarkt seit Jahresende angespannt

Schon seit Ende des vergangenen Jahres haben die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine den Ölmarkt unter zusätzlichen Stress gesetzt. Zuvor war die Nachfrage bereits wegen der konjunkturellen Erholung nach dem Auslaufen vieler Corona-Beschränkungen gestiegen.

Die damals befürchteten Liefereinschränkungen werden nun zur Realität. Das Ölförderkartell OPEC hat schon signalisiert, dass es sich nicht in der Lage sehe, die Lieferausfälle aus Russland zu kompensieren.

Über dieses Thema berichtete BR24 in den Börsennachrichten am 31. Mai 2022 um 08:17 Uhr.