Traktor pflügt in Kalifornien ein Feld um, das wegen Wassermangels nicht bestellt werden kann | AP

Folgen für Landwirtschaft Dürre trifft Kaliforniens Bauern hart

Stand: 05.07.2021 09:35 Uhr

Kalifornien, der wirtschaftlich wichtigste US-Bundesstaat, kämpft nicht nur aktuell mit Hitze, sondern bereits seit zwei Jahren mit einer Dürreperiode. Die Folgen für die Bauern sind verheerend.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Trockene, braune Erde so weit das Auge reicht. Die Farm von Landwirt Joe Del Bosque in Nordkalifornien sieht in diesem Jahr anders aus als sonst. Del Bosque pflanzt auf seiner Farm, die mehr als 1000 Fußballfelder groß ist, normalerweise Spargel, Melonen, Mandeln und Kirschen an. In diesem Jahr gebe es aber nicht genug Wasser, sagt er. "Man wird  auf diesem Feld keine Pflanzen wachsen sehen, keine Menschen, die dort arbeiten, kein Essen, das geerntet wird", erklärt Del Bosque der Nachrichtenagentur Reuters.

Katharina Wilhelm ARD-Studio Los Angeles

Es sei eine wirtschaftliche Katastrophe. Keine Pflanzen bedeuten auch weniger Arbeit für viele Menschen in der Region. Vor allem mexikanische Einwanderer stehen hier normalerweise auf den Feldern und pflücken Kirschen oder Erdbeeren.

Wasserverbrauch von Genehmigung abhängig

Die Landwirte dürfen nur so viel Wasser verbrauchen, wie ihnen die kalifornischen Behörden genehmigen. Und diese Mengen werden kleiner, denn die Speicher in Kalifornien laufen trocken. Seit zwei Jahren herrscht wieder eine Dürreperiode. 2021 sei möglicherweise das trockenste Jahr aller Dürrejahre des vorigen Jahrhunderts, sagt Park Williams von der Universität UCLA Los Angeles dem TV Sender PBS.

Große Seen wie der Folsom Lake im Norden Kaliforniens haben einen historischen Tiefstand erreicht. Aus diesen Seen speist sich aber das Wasser, das wiederum die Landwirte brauchen.

Feld in Kalifornien, das wegen Massermangels nicht bestellt werden kann | AP

Landwirte, die Gemüse oder Obst anbauen, lassen wegen des Wassermangels in diesem Jahr einen Teil ihrer Felder brachliegen. Bild: AP

Viehzüchter müssen zusätzliches Wasser teuer kaufen

Nur Landwirte, die Gemüse oder Obst anbauen, haben die Möglichkeit, ihre Felder stillzulegen und so Wasser zu sparen. Viehzüchter wie Loren Poncia müssen das Wasser dagegen teuer einkaufen. Er musste deswegen einen Teil seiner Kühe verkaufen, erzählt er im Lokalfernsehen. "Ich habe Angst, schlafe schlecht. Ich denke, auf lange Sicht werden die Preise für Fleisch steigen, auch für Milch, Protein, Gemüse, alles!", sagt er.

Meteorologe Eric Boldt von der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA schaut mit Sorge auf die kommenden Monate. "Wenn es im kommenden Winter nicht genug regnet, dann müssen wir noch mehr Grundwasser verbrauchen", sagt er. "Wenn wir uns die Bedingungen jetzt anschauen, dann werden wir im Sommer mehr Waldbrände sehen, mehr Hitzewellen und mehr Rauch also Luftverschmutzung." Für Boldt ist klar: Die Dürre und Hitzeperioden sind ein Zeichen dafür, dass die Temperatur der Erde steigt. Der kalifornische Gouverneur hat für fast alle Landkreise in Kalifornien bereits den Dürre-Notstand ausgerufen. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juli 2021 um 05:52 Uhr.