Luftaufnahme des Feldes oberhalb der leckgeschlagenen Druschba-Pipeline in Polen | REUTERS

Nach Leck in Polen Beschädigte Druschba-Pipeline repariert

Stand: 15.10.2022 16:06 Uhr

Durch die Pipeline Druschba kann wieder in vollem Umfang Öl von Russland nach Deutschland fließen. Das am Dienstag in Polen entdeckte Leck sei repariert worden, teilte der Betreiber PERN mit.

Vier Tage nach der Entdeckung eines Lecks in Polen hat die Ölpipeline Druschba wieder den regulären Betrieb aufgenommen. Der polnische Betreiber PERN teilte mit, er habe die volle Funktionalität der Pipeline wieder hergestellt, sodass von heute an wieder über die beiden parallel verlaufenden Röhren Öl an deutsche Kunden geliefert werden könne.

Das Leck war am Dienstagabend in etwa 70 Kilometer Entfernung von der zentralpolnischen Stadt Plock entdeckt worden. Betroffen war die Hauptleitung, über die Rohöl nach Deutschland geliefert wird - allerdings nur die Pipeline 2, während die parallel verlaufende Pipeline 1 unbeschädigt war und in Betrieb blieb. Die Feuerwehr pumpte große Mengen an Rohöl aus einer Senke in einem Maisfeld, wo das Öl aus der an dieser Stelle unterirdisch verlaufenden Pipeline ausgetreten war.

Am Mittwoch hatte der Leitungsbetreiber bekanntgegeben, dass Techniker zum Leck vorgedrungen seien. Dabei ergaben sich zunächst keine Hinweise auf eine mögliche Sabotage. "Nach den ersten Erkenntnissen und der Art und Weise, wie die Rohrleitung verformt ist, gibt es zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung", hieß es.

Ursache des Lecks wird weiter untersucht

Allerdings machte PERN nach der Reparatur nun nochmals klar, dass die Ursache für das Auftreten des Lecks weiter untersucht werde. Das Unternehmen habe zunächst allerdings das Hauptaugenmerk auf die Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit der Pipeline gerichtet sowie auf die Räumung und Reinigung des Areals im Gebiet rund um das Leck.

Die Pipeline - "Druschba" bedeutet übersetzt "Freundschaft" - ist eine der längsten Ölpipelines der Welt. Sie hat ihren Ursprung in Russland, verzweigt sich dann und bringt Rohöl unter anderem nach Belarus, in die Ukraine, nach Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Sie beliefert weite Teile Mitteleuropas mit russischem Öl - unter anderem auch die Raffinerie Schwedt, die wiederum eine große Rolle bei der Versorgung von Berlin und Brandenburg spielt. Die Rohre der Pipeline verlaufen teils über und teils unter der Erde.