Xi Jinping (rechts) und Präsident Putin | via REUTERS

Engere Beziehungen Handel zwischen China und Russland wächst

Stand: 30.05.2022 17:02 Uhr

Peking und Moskau rücken wirtschaftlich immer näher zusammen. Das Handelsvolumen hat sich zuletzt deutlich ausgeweitet. Es ist allerdings eine ungleiche Partnerschaft.

China und Russland sind sich laut einer aktuellen Studie in den vergangenen Jahren als Handelspartner deutlich näher gekommen. Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berichtet, erhöhte sich das chinesische Außenhandelsvolumen mit Russland seit 2017 um fast 75 Prozent auf knapp 147 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Die russischen Exporte nach China beliefen sich nach den jüngsten Zahlen aus dem Jahr 2020 auf 46,5 Milliarden Euro.

Während China insbesondere Kleidung, Elektrogeräte und Maschinen exportierte, wurde in dem Land vermehrt russische Energie nachgefragt. Zwischen 2010 und 2020 stieg der Anteil Russlands an den chinesischen Kohle-, Öl- und Gasimporten jeweils um mehr als das Doppelte.

Eine ungleiche Partnerschaft

Am Rande der Olympischen Winterspiele im Februar in Peking hätten die beiden Länder angekündigt, den bilateralen Handel bis zum Jahr 2024 auf 250 Milliarden Dollar zu erhöhen. Die Partnerschaft sei jedoch ungleich, erklärt Studienautorin Sonja Beer.

So hätten die Geschäfte mit China 2020 rund 18 Prozent des gesamten russischen Außenhandels ausgemacht. "Damit ist China der mit Abstand wichtigste Handelspartner für Russland." Umgekehrt gehöre Moskau nicht einmal zu den zehn wichtigsten Handelspartnern Chinas. 2021 seien nur 2,4 Prozent des chinesischen Handelsvolumens auf Russland entfallen.

Als Energielieferant hat Russland aber eine starke Position. Laut der Studie ist Russland Chinas zweitwichtigster Öl- und Kohlelieferant und drittgrößter Gaslieferant.

"Schwieriger Balanceakt" für China

China begebe sich mit der Partnerschaft auf einen "schwierigen Balanceakt", so IW-Ökonomin Beer. "Einerseits ist Russland ein wichtiger Verbündeter, andererseits will Peking es sich nicht mit dem Westen verscherzen, indem es sich auf die Seite Russlands schlägt." Noch sei unklar, wie lange China diesen "Schaukelkurs" noch durchhalten könne.