Ein Containerschiff der China Ocean Shipping Company (COSCO) wird am Containerterminal Tollerort der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) entladen. | dpa

Erstmals seit über zwei Jahren Chinas Exporte gehen zurück

Stand: 07.11.2022 11:00 Uhr

Die chinesischen Exporte sind im Oktober überraschend gesunken. Das liegt neben der schwächelnden Weltwirtschaft auch an der Corona-Politik. Zuletzt waren die Ausfuhren vor mehr als zwei Jahren rückläufig.

Chinas Exporte sind im Oktober unerwartet gesunken - das erste Mal seit mehr als zwei Jahren. Wie die Pekinger Zollbehörde heute berichtete, gingen die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft im Vergleich zum Oktober des Vorjahres in US-Dollar gerechnet um 0,3 Prozent zurück.

Analysten hatten zwar mit einer Abkühlung gerechnet, waren jedoch weiterhin von einem Wachstum der Exporte ausgegangen. Auch schon in den Vormonaten hatte die chinesische Exportmaschinerie an Schwung verloren. Zuletzt waren die chinesischen Ausfuhren im Mai 2020 geschrumpft.

Ebenfalls rückläufig entwickelten sich die Importe, die im Vergleich zum Oktober des Vorjahres um 0,7 Prozent sanken. Es war der erste Rückgang der Einfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat seit vergangenem März. Im September hatten sie noch um 0,3 Prozent zugenommen. 

Corona-Beschränkungen drosseln auch die Exporte

Damit fährt China im Oktober sowohl beim Im- als auch Export das schlechteste Ergebnis seit 2020 ein. Als Gründe verwiesen Experten auf die schwache globale Nachfrage durch den Ukraine-Krieg und die hohen Energiepreise. Zudem würden die weiterhin strikten Corona-Beschränkungen in China zu anhaltenden Problemen bei den Lieferketten führen. Auch Deutsche Unternehmen klagen schon länger, dass die oft sehr kurzfristig verkündeten Lockdowns ihre Produktion und Planungen erheblich erschweren.

Ein neues Beispiel, wie sich die Corona-Maßnahmen negativ auf die Exporte des Landes auswirken, lieferte heute Apple. Der US-Konzern gestand ein, ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft mit erheblichen Lieferengpässen beim neuen iPhone 14 Pro zu kämpfen. Die Produktion im Hauptwerk in China werde von Covid-Einschränkungen beeinträchtigt. Das Werk des taiwanischen Auftragsfertigers Foxconn in Zhengzhou ist von Corona-Lockdowns der Regionalregierung betroffen.

Ausfuhren nach Deutschland sinken um über zehn Prozent

Die schwachen Handelszahlen für Oktober verdeutlichen die Herausforderung für die politischen Entscheidungsträger in China, da der Export einer der wenigen Lichtblicke für die angeschlagene Wirtschaft sind. Dies erhöht den Druck auf das verarbeitende Gewerbe und bedroht angesichts der Corona-Beschränkungen, dem angeschlagenen Immobilienmarkt und der globalen Rezessionsrisiken jede nennenswerte wirtschaftliche Wiederbelebung.

Auch Chinas Handel mit Deutschland ging im Oktober erneut um 5,7 Prozent spürbar zurück. Die chinesischen Exporte nach Deutschland sanken um 10,9 Prozent. Chinas Einfuhren aus Deutschland stiegen dagegen leicht um 0,5 Prozent. Während die chinesischen Ausfuhren in die Europäische Union um 7,7 Prozent sanken, fielen die Importe Chinas aus Europa um 5,1 Prozent.

Besonders deutlich nahm Chinas Außenhandel mit den USA um 10,4 Prozent ab. Die chinesischen Ausfuhren in die USA gingen um 12,6 Prozent zurück, während die Einfuhren aus den USA um 1,5 Prozent fielen.

Über dieses Thema berichteten am 07. November 2022 Deutschlandfunk und tagesschau24 um 10:00 Uhr.