Chinesischer Containerhafen

Exportweltmeister Chinas Exportüberschuss auf Rekordhöhe

Stand: 14.01.2022 12:56 Uhr

Der chinesische Außenhandelsüberschuss hat im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht - trotz Chipmangel und Halbleiterknappheit, die die Produktion beeinträchtigten. Die Exporte erreichten die Marke von 3,3 Billionen Dollar.

China hat 2021 einen Exportüberschuss in Rekordhöhe erzielt. Die Ausfuhren übertrafen die Importe um 676,43 Milliarden Dollar und legten damit um 29,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, wie die Zollbehörde in Peking mitteilte. Das ist der höchste Wert, den das Land seit Beginn der Statistik im Jahr 1950 jemals erzielt hat. Die chinesischen Importe legten im gesamten Jahr um 30,1 Prozent zu, nachdem sie 2020 noch um 1,1 Prozent gefallen waren.

Weltweit gab es im vergangenen Jahr eine starke steigende Nachfrage nach Waren "Made in China". Besonders gefragt waren beispielsweise Computer und andere Elektronikgeräte, die etwa für das pandemiebedingte Arbeiten von zu Hause aus benötigt werden. Auch medizinische Produkte wie Masken wurden wegen der Pandemie in aller Welt benötigt.

Insgesamt stiegen die Exporte im vergangenen Jahr auf 3,3 Billionen Dollar, obwohl es zu Engpässen bei Prozessorchips für Smartphones und anderen Waren kam. "Wir gehen davon aus, dass die chinesischen Exporte im laufenden ersten Quartal aufgrund der robusten globalen Nachfrage stark bleiben werden", sagte der Chefökonom von Pinpoint Asset Management, Zhang Zhiwei: "Derzeit könnten die starken Exporte der einzige Motor sein, der Chinas Wirtschaft hilft."

BIP wird wohl um um acht Prozent wachsen

Beim Bruttoinlandsprodukt rechnen Experten für das vergangene Jahr aufgrund von Nachholeffekten mit einem besonders kräftigen Plus von 8,0 Prozent. Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wird einer Ökonomen-Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zufolge auch 2022 kräftig wachsen. "Insbesondere im ersten Halbjahr dürfte ausreichend politische Unterstützung bereitgestellt werden, um sicherzustellen, dass das Wirtschaftswachstum nicht unter Pekings Komfortzone fällt", sagte Tommy Wu von Oxford Economics. So könnte die Zentralbank ihre Geldpolitik lockern.

Allerdings wird die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft maßgeblich von der Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante Omikron abhängen. Beobachter fürchten, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten besonders mit der Verbreitung von Omikron deutlich eintrüben könnten, da Chinas Eindämmungsstrategie durch die leichter übertragbare Variante des Coronavirus an seine Grenzen stoßen könnte.

Vergangenen Sonntag waren Chinas erste lokale Omikron-Fälle in der Hafenmetropole Tianjin nachgewiesen worden. Auch in der Hafenstadt Dalian sowie im ostchinesischen Anyang kam es kurz darauf zu Omikron-Infektionen. In der Folge riegelte die Regierung in Peking die Millionenstädte ab, um die Null-Covid-Politik durchzusetzen.

Über dieses Thema berichtete mdr Aktuell am 14. Januar 2022 um 17:51 Uhr.