Container auf einem chinesischen Mega-Frachter. | REUTERS

Deutsche Exportwirtschaft Konkurrenz aus China nimmt zu

Stand: 23.08.2021 10:20 Uhr

Deutsche Exporteure sind einem immer härteren Wettbewerb mit asiatischen Produzenten ausgesetzt. Der Anteil chinesischer Warenimporte in die Europäische Union ist einer Studie zufolge deutlich gestiegen.

Waren aus China machen der deutschen Exportwirtschaft in der EU zunehmend Konkurrenz. Der Anteil chinesischer Warenimporte ist einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge zwischen den Jahren 2000 und 2019 deutlich gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil deutscher Waren leicht gesunken.

So machten deutsche Importe in EU-Ländern vor 21 Jahren noch 14,0 Prozent aus, chinesische nur 2,7 Prozent. 2019 lag der Anteil der Waren aus China bei 7,6 Prozent, der aus Deutschland nur noch bei 13,8 Prozent.

Relevanter Rückgang der Marktanteile

Diese Entwicklung habe parallel zu einer Abwertung des Euro gegenüber dem chinesischen Yuan stattgefunden, heißt es in der Studie weiter. Deutschland habe also Marktanteile in Europa verloren, obwohl sich seine wechselkursbedingte preisliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China tendenziell verbesserte: "Das macht den Anteilsrückgang noch relevanter", lautet ein Fazit der Ökonomen.

Besonders deutlich zeige sich dieser Trend bei den sogenannten anspruchsvollen industriellen Produktgruppen, so das Institut. Dazu zählen pharmazeutische und chemische Erzeugnisse, Metallprodukte, elektrische Geräte und Ausrüstungen wie Videokameras, Maschinen sowie Autos, Autoteile und andere Fahrzeuge. In diesen Bereichen lief es für deutsche Exporteure stets besonders gut, wegen ihrer "offenkundigen Spezialisierung auf diese Waren", wie es in der IW-Studie heißt.

Allerdings verschoben sich die Anteile in den vergangenen Jahren zugunsten Chinas. Im Jahr 2000 machten deutsche Produkte aus diesen Bereichen noch einen Anteil von 17,5 Prozent an den EU-Importen aus. Sein Maximum erreichte er 2005 mit 19,0 Prozent, während er 2019 nur noch bei 17,0 Prozent lag. Der Anteil chinesischer Waren aus diesem Bereich stieg hingegen seit 2000, als er noch bei 2,6 Prozent gelegen hatte, bis 2019 kontinuierlich auf 9,7 Prozent.

China ist nicht mehr nur Werkbank

Noch erkennbarer wird die Fokussierung Chinas auf die anspruchsvollen Industriebereiche, wenn man sich die Anteile innerhalb der aus China in die EU exportierten Waren anschaut: "Der Anteil dieser fokussierten Produktgruppen an den EU-Importen aus China in allen Produktgruppen stieg von 50,7 Prozent im Jahr 2000 auf 68,2 Prozent im Jahr 2019. Er ist damit inzwischen sogar höher als der deutsche Anteil mit 65,5 Prozent", teilt das IW mit.

Chinas Exporterfolge ließen sich ferner nicht mehr mit dem früher gültigen Hinweis relativieren, dass sie überwiegend aus importierten Vorprodukten bestehen, die in China - sozusagen auf einer verlängerten Werkbank - nur zusammengebaut werden. Das Gegenteil sei zutreffend: Der Anteil heimischer Wertschöpfung bei den Exporten Chinas stieg zwischen 2005 und 2016 stark an und liegt inzwischen in den meisten Branchen sogar höher als der deutsche Anteil, wie die Ökonomen errechnet haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2021 um 14:00 Uhr.