Ein Mann arbeitet mit Mund-Nasen-Schutz an einem Auto im Autowerk Xinjiang von GAC Motor in Urumqi (China). | dpa

Chipmangel und Stromengpässe Auto-Absatz in China geht stark zurück

Stand: 12.10.2021 15:59 Uhr

In China sind im September fast 20 Prozent weniger Autos verkauft worden als vor einem Jahr. Auf dem größten Automarkt der Welt sind vor allem Modelle mit Verbrennungsmotor immer weniger gefragt.

Die Autoverkäufe in China sind im September wegen der Knappheit bei Halbleiterbauteilen im fünften Monat in Folge zurückgegangen. Die Firmen verkauften 19,6 Prozent weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist, wie der Branchenverband CAAM mitteilte. Insgesamt wurden 2,07 Millionen Autos ausgeliefert. China ist der größte Automarkt der Welt. Im vergangenen Jahr wurden hier rund 20 Millionen Pkw verkauft. September und Oktober sind üblicherweise verkaufsstarke Monate in China.

Vor allem Verbrenner betroffen

Abwärts ging es im September vor allem für Verbrennerautos. Der Absatz von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben - dazu zählen Elektroautos, Plug-In-Hybride und Brennstoffzellen-Fahrzeuge - verdoppelte sich auf 357.000 Stück. Allein der US-Hersteller Tesla setzte 56.006 Autos aus chinesischer Produktion ab, so viele wie noch nie seit Eröffnung des Werks in Shanghai vor etwa zwei Jahren. Die chinesischen Elektroautobauer Nio und Xpeng sowie Volkswagen lieferten jeweils mehr als 10.000 Elektroautos aus.

Chip-Fabriken durch Pandemie lahmgelegt

Hintergrund für den Rückgang bei den Autoverkäufen in China ist unter anderem, dass es derzeit zu wenig Mikrochips auf dem Weltmarkt gibt. Dadurch können weniger Autos gebaut werden. Die Chipknappheit hat mit der Covid-19-Pandemie zu tun - in mehreren Ländern in Südostasien, in denen Halbleiter hergestellt werden, hat es zuletzt wieder viele steigende Corona-Zahlen gegeben. Viele Fabriken mussten wegen strikter Covid-Maßnahmen die Produktion einstellen, unter anderem in Malaysia. Inzwischen habe sich die Versorgung mit Chips aber wieder verbessert, hieß es vom CAAM.

Container- und Stromengpässe

Dazu kommt, dass ein Mangel an Containern in der Schifffahrt die weltweiten Lieferketten durcheinandergebracht hat. Lieferungen kommen oft verspätet an und sind darüber hinaus deutlich teurer geworden. Auch dass in Teilen Chinas der Strom immer wieder abgeschaltet wird, dürfte die Auto-Produktion in der Volksrepublik gebremst haben. Fabriken müssen zeitweise ihren Betrieb einstellen, weil es derzeit zu wenig Kohle in China gibt. Ein Großteil des Stroms in der Volksrepublik wird nach wie vor mit Kohlekraftwerken erzeugt.

Mit Informationen von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. Oktober 2021 um 15:41 Uhr.