Chinesische Frachtcontainer

Hohe Unsicherheiten Chinas Exportwirtschaft bremst

Stand: 07.03.2022 10:11 Uhr

Die Folgen des Ukraine-Kriegs treffen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in einer schwierigen Lage. Bereits zu Jahresbeginn verlangsamte sich das Wachstumstempo des chinesischen Außenhandels.

Das Wachstum der chinesischen Exporte hat sich zu Jahresbeginn verlangsamt. Nach Angaben der Pekinger Zollverwaltung legten die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft im Januar und Februar im Vorjahresvergleich um 16,3 Prozent zu. Im Dezember hatte das Wachstum noch bei 20,9 Prozent gelegen.

2021 war der chinesische Außenhandel kräftig gestiegen. Mit rigiden Maßnahmen hatte das Land die Corona-Pandemie früh unter Kontrolle bringen können. Die Fabriken arbeiteten auf Hochtouren. Doch für dieses Jahr geht die chinesische Führung von einer deutlichen Eintrübung aus.

Regierung warnt vor schwierigem Jahr

"Es wird immer schwieriger, ein stetiges Exportwachstum aufrechtzuerhalten", hatte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang am Samstag zum Auftakt des Pekinger Volkskongresses gewarnt. In seiner Rede stellte er die Nation auf ein wirtschaftlich schwieriges Jahr ein. "Die Covid-19-Pandemie dauert immer noch an. Der weltweiten wirtschaftlichen Erholung fehlt es an Antrieb, und die Rohstoffpreise bleiben hoch und neigen zu Schwankungen", sagte Li. Der Ministerpräsident sprach von einem "volatilen, ernsten und unsicheren" Umfeld. Es bestünden "viele potenzielle Risiken" im Wirtschafts- und Finanzsektor.

Wachstumsziel gesenkt

China hat nur nicht mit weltwirtschaftlichen Risiken, sondern auch hausgemachten Problemen wie der Immobilienkrise, Überschuldung und Energiemangel zu kämpfen. Wegen steigender Unsicherheiten auch durch den Ukraine-Krieg senkte die Regierung das Wachstumsziel am Samstag auf nur noch 5,5 Prozent - den geringsten Wert sei 30 Jahren.

Im vergangenen Jahr hatte die Regierung in Peking als Wachstumsziel noch "mehr als sechs Prozent" vorgegeben. Dank der starken Erholung vom Pandemie-Schock wuchs die Wirtschaft 2021 sogar um 8,1 Prozent. Im vierten Quartal hatte sich das Wachstum mit vier Prozent aber deutlich abgeschwächt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 05. März 2022 um 07:52 Uhr.