Container auf einem chinesischen Mega-Frachter. | REUTERS

China Außenhandel wächst stärker als erwartet

Stand: 07.09.2021 08:27 Uhr

Der schlimmste Corona-Ausbruch in China seit einem Jahr hatte Experten pessimistisch gestimmt. Chinas Handelszahlen schlagen jedoch alle Erwartungen. Nur deutsche Exporteure haben nicht so viel davon.

Der Außenhandel in China hat sich deutlich besser entwickelt als erwartet. Die Exporte legten im August um 25,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, wie der Zoll berichtete. Die Importe wuchsen sogar um 33,1 Prozent. Experten hatten eher mit einer Abschwächung des Wachstums gerechnet. Insgesamt gab es ein Plus von 28,8 Prozent. Der Handelsüberschuss erreichte 58,3 Milliarden US-Dollar.

Deutsche Exporteure konnten von dem Aufschwung in Chinas Außenhandel aber nicht so viel profitieren. Die deutschen Ausfuhren nach China stiegen nur um 5,6 Prozent, während aus China im Gegenzug um 29,2 Prozent mehr importiert wurde. Insgesamt wuchs das Handelsvolumen um 16,4 Prozent.

Chinas Handel mit der Europäischen Union insgesamt legte um 22,8 Prozent zu. Seine Exporte in die EU kletterten um 29,4 Prozent, während die Importe nur um 12,4 Prozent stiegen. "Die neuen Außenhandelszahlen weisen auf eine nachhaltige Wirtschaftserholung in China hin", sagte Jens Hildebrandt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in China (AHK). "Selbst die Wiederbelebung der Märkte in den USA und Europa kann das Wachstum der chinesischen Exporte nicht bremsen." Deutsche Unternehmen könnten weiter von der starken Binnennachfrage in China profitieren, aber träfen gleichzeitig in anderen Märkten vermehrt auf chinesische Wettbewerber.

Experten rechnen mit mehr als acht Prozent Wachstum

Die starken Handelsdaten sorgten auch für Optimismus an den Börsen wie in Hongkong. Offensichtlich haben sich höhere Transportkosten und Verzögerungen in Häfen, die globale Lieferketten gestört hatten, nicht so stark wie erwartet ausgewirkt. Auch mit Hinweis auf höhere Rohstoffpreise und Lieferengpässe in China hatten Experten eigentlich ein niedrigeres Exportwachstum für den Rest des Jahres vorhergesagt.

Die Importe aus den USA, das sich mit China weiter einen Handelskrieg liefert, stiegen stark um 33,3 Prozent. Die chinesischen Ausfuhren in die USA legten hingegen nur um 15,5 Prozent zu. Der Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften stieg insgesamt um 18,9 Prozent.

Durch den größten Ausbruch des Coronavirus seit einem Jahr mit der gefährlichen Delta-Variante hatte China zuletzt etwas an Dampf verloren. Die Behörden haben die Ausbreitung aber innerhalb von rund vier Wochen bis August in den Griff bekommen können. Auch konnte die Schließung eines Terminals des wichtigen Containerhafens von Ningbo wegen Infektionsfällen aufgehoben werden.

Auch wenn die Erwartungen zuletzt eher zurückgeschraubt worden waren, rechnen Experten in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum in China von mehr als acht Prozent. Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft kräftig um 12,7 Prozent - vor allem aber auch wegen der niedrigen Vergleichsbasis im Vorjahr kurz nach dem Ausbruch des Virus. Die Regierung hat für dieses Jahr ein Wachstumsziel von "mehr als sechs Prozent" vorgegeben. Im vergangenen Jahr erlebte China wegen der Pandemie nur ein Wachstum von 2,3 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. September 2021 um 09:00 Uhr.

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Moderation 07.09.2021 • 13:59 Uhr

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