Exitschild und britische Fahne

Britische Industrie Zwischen Brexit-Blues und Hoffnung

Stand: 10.01.2022 12:18 Uhr

Die Mehrheit der britischen Industrieunternehmen beklagt weiter negative Folgen des Brexit. Allerdings wächst bei einigen Unternehmen inzwischen der Optimismus, dass sich die Lage bald bessern werde.

Ein Jahr nach dem Ende der Übergangsfrist klagen noch immer zwei Drittel der britischen Unternehmen über anhaltende Belastungen durch den Brexit. Das geht aus einer Umfrage unter 228 Firmen durch den Verband Make UK und die Unternehmensberatung PwC hervor.

Demnach belastet der Austritt Großbritanniens aus der EU das Geschäft der Mehrheit der Industrieunternehmen moderat oder signifikant. Verzögerungen beim Zoll, die zusätzlichen Kosten durch die Einhaltung separater Regulierungssysteme im Vereinigten Königreich und in der EU sowie der eingeschränkte Zugang zu Wanderarbeitnehmern gehörten zu den Hauptproblemen, die in der Umfrage genannt wurden.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen rechne damit, dass der Brexit auch in diesem Jahr noch dem Geschäft schaden werde, etwa durch neue Importkontrollen und neue Vorgaben für Kennzeichnungen, heißt es laut Umfrage. So müssen Importeure seit dem 1. Januar ihre Lieferungen aus der EU vorab und vollständig beim britischen Zoll anmelden. Zuvor hatte die britische Regierung die neuen Regeln wegen Schwierigkeiten im Handel ausgesetzt.

Firmen bleiben optimistisch

Es gibt aber auch optimistische Stimmen von Unternehmen: Drei Viertel der Firmen gehen davon aus, dass sich die Bedingungen künftig verbessern werden. Viele rechnen demnach damit, dass sich etwa die Situation für die Produktion innerhalb des Vereinigten Königreichs verbessern wird. Darüber hinaus halten fast zwei Drittel der befragten Unternehmen das Vereinigte Königreich für einen wettbewerbsfähigen Produktionsstandort.

Formal hat das Vereinigte Königreich bereits am 31. Januar 2020 die Europäische Union verlassen. Allerdings galt bis zum Jahreswechsel 2020/2021 noch eine Übergangsphase mit weitgehend den gleichen Regeln wie zuvor.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 09. April 2021 um 15:38 Uhr.