Bill Gates | picture alliance/dpa/PA Wire

Impfstoff-Initiative CEPI Bill Gates spendet und warnt

Stand: 19.01.2022 09:20 Uhr

Die Impfstoff-Initiative CEPI, die unter anderem die Entwicklung der Vakzine von Novavax, Moderna und AstraZeneca gefördert hat, erhält frisches Geld - auch von Bill Gates. Der Microsoft-Gründer nimmt das zum Anlass für eine Warnung.

Die Bill & Melinda Gates Stiftung und die britische Stiftung Wellcome Trust haben jeweils 150 Millionen Dollar an die Impfstoff-Initiative CEPI gespendet. Mit dem Geld soll besonders die Forschung an einer neuen Generation von sicheren und wirksamen Corona-Impfstoffen gegen neu auftretende Varianten des Coronavirus gefördert werden. "Keiner von uns glaubt, dass Omikron die letzte Variante sein wird oder dass Covid-19 die letzte Pandemie sein wird", sagte der britische Wissenschaftler Jeremy Farrar, Direktor von Wellcome, auf einer Pressekonferenz.

Bill Gates: vorbereiten auf die nächste Pandemie

Bill Gates, der zu den Gründungsmitgliedern von CEPI gehört, warnte derweil vor dem Risiko, dass die Welt eine noch weitaus gefährlichere Pandemie erleben könnte als die aktuelle Corona-Pandemie. Zwar sei das Coronavirus SARS-CoV-2 sehr leicht übertragbar, aber die Todesrate sei geringer als bei Masern oder Pocken. "Unsere Arbeit der vergangenen 20 Jahre hat uns gelehrt, dass frühzeitige Investitionen in Forschung und Entwicklung Leben retten und Worst-Case-Szenarien verhindern können."

Die Millionen-Spende solle daher auch dazu dienen, "sich auf die nächste Pandemie vorzubereiten und sie möglicherweise sogar zu verhindern", so der Co-Vorsitzende der Gates-Stiftung. "Während die Welt auf die Herausforderung eines sich schnell entwickelnden Virus reagiert, war die Notwendigkeit, neue, lebensrettende Mittel bereitzustellen, nie dringender."

CEPI-Gründung als Reaktion auf die Ebola-Epidemie

Dieser Meinung ist auch Wellcome-Direktor Farrar: "Unsere neue Zusage von 150 Millionen US-Dollar erkennt das enorme Potenzial von CEPI an, Leben vor neu auftretenden Infektionskrankheiten zu schützen."

Wellcome hatte die Impfstoff-Initiative CEPI vor ziemlich genau fünf Jahren gemeinsam mit Partnern aus Norwegen, Indien, der Bill & Melinda Gates Foundation und dem Weltwirtschaftsforum nach der verheerenden Ebola-Epidemie von 2014 bis 2016 in Westafrika gegründet. Deutschland gehört zu den Förderern der CEPI-Initiative, die zu ihren Mitgliedern Regierungen, Stiftungen, Forschungseinrichtungen und Pharma-Unternehmen zählt.

Ebola-Ausbruch in Afrika: Das Personal in einem Krankenhaus in Guinea trägt Schutzkleidung.  | AFP

Die Ebola-Epidemie 2014-2016 forderte über 11.000 Tote. Bild: AFP

Impfstoffe von AstraZeneca, Moderna und Novavax finanziert

CEPI hat unter anderem die Corona-Impfstoffe von AstraZeneca und Moderna gefördert. Die Impfstoff-Initiative finanzierte größtenteils auch den Impfstoff von Novavax, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Notfallimpfstoff eingestuft wurde. Auch deutsche Unternehmen wie Curevac erhielten Fördermittel von CEPI. Allerdings konnten die Tübinger bei der Impfstoffentwicklung nicht die erhofften Erfolge vorweisen.

CEPI investiert derweil auch in die Forschung an Impfstoffen gegen andere Krankheiten, etwa solche, die durch Nipah- oder Lassa-Viren ausgelöst werden. Beide stehen auf einer WHO-Liste mit den acht potenziell gefährlichsten Krankheitserregern, die "aufgrund ihres epidemischen Potenzials das größte Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen".

CEPI agiert überdies als Leiter der globalen Initiative Covax. Diese setzt sich für einen gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen insbesondere in Entwicklungsländern ein.

Melinda Gates: Regierungen müssen helfen

Die nun von Wellcome und der Gates-Stiftung zugesagten weiteren 300 Millionen Dollar an Fördergeldern werden jedoch bei Weitem nicht ausreichen, um die Ziele von CEPI und Covax zu verwirklichen. Die Mitgründerin der Gates-Stiftung, Melinda French Gates, rief daher "die führenden Politiker der Welt auf, CEPI dabei zu helfen, ihr Finanzierungsziel von 3,5 Milliarden US-Dollar zu erreichen".

Großbritannien wird am 8. März in London Gastgeber der CEPI-Auffüllkonferenz sein. Bei der Spendenaktion kommen Regierungen, Philanthropen und andere Geber zusammen, um den Fünfjahresplan von CEPI zu unterstützen, mit dem das Risiko von Pandemien und Epidemien bekämpft und damit Millionen von Toten und Billionen von Dollar an wirtschaftlichen Schäden verhindert werden sollen.