Jim Yong Kim  | Bildquelle: REUTERS

Jim Yong Kim Weltbank-Präsident kündigt Rücktritt an

Stand: 07.01.2019 20:10 Uhr

Nach mehr als sechs Jahren an der Spitze der Weltbank hat Präsident Kim seinen Rücktritt angekündigt. Ende Januar will er das Amt aufgeben. Nun ist es an US-Präsident Trump, einen neuen Kandidaten zu nominieren.

Der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim, hat seinen Rücktritt angekündigt. Kim werde seinen Posten zum 1. Februar niederlegen, teilte die Weltbank mit. Der 59-Jährige erklärte, er werde dann einem Unternehmen beitreten, das sich um den Ausbau von Infrastruktur-Projekten in Entwicklungsländern kümmere. Es sei ihm eine "große Ehre" gewesen, der Institution mehr als sechs Jahre lang vorzusitzen, zitierte die Bank den scheidenden Präsidenten. Gründe, warum der Rückzug jetzt so schnell erfolgen soll, wurden nicht genannt.

Kim hatte erst am 1. Juli 2017 seine zweite Amtszeit angetreten, die bis Mitte 2022 dauern sollte. Seine Aufgaben sollen ab Februar vorübergehend von der Geschäftsführerin Kristalina Georgieva übernommen werden.

Seine erste Amtszeit hatte Kim 2012 als Nachfolger von Robert Zoellick begonnen, nominiert wurde er vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern war Kim kein Politiker, Banker oder Diplomat, sondern Mediziner. Internationale Erfahrung sammelte er vor allem als Direktor für Aids-Bekämpfung bei der Weltgesundheitsorganisation WTO.

Kreditprogramm für Klimaschutz

In den Jahren an der Spitze der Weltbank, die jährlich viele Milliarden Dollar an bis zu 100 Länder verleiht, hatte sich Kim als Reformer stark gemacht. Er hatte vor allem den Folgen des Klimawandels und dem Ausbruch von Seuchen den Kampf angesagt. So hatte die Bank kürzlich ein Kreditprogramm im Volumen von 200 Milliarden Dollar über vier Jahre für Klimaschutzprojekte und für den Kampf gegen den Klimawandel aufgelegt.

Allerdings hatte es schon bei seiner Wiederwahl Unzufriedenheit mit der Amtsführung des Präsidenten gegeben. Die Belegschaft hatte sich in einem offenen Brief an die Führungsgremien gewandt und von einer "Führungskrise" sowie von Reformbedarf gesprochen.

Traditionell US-Amerikaner an der Spitze

Kim wurde 1959 in Südkorea geboren und wuchs in den USA auf. Er wird sich nun auch wieder der Organisation Partners in Health anschließen, die er vor mehr als 30 Jahren mitgegründet hatte. Sie sorgt für medizinische Hilfe in armen Ländern.

Seit Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Chefposten des Hauses mit Sitz in Washington traditionell von den USA besetzt. Kims Schritt ermöglicht es US-Präsident Donald Trump nun, einen Weltbankpräsidenten nach seinem Geschmack zu nominieren. Über die Nachfolge entscheidet der Verwaltungsrat.

Zu den Aufgaben des Instituts zählt vor allem die Armutsbekämpfung. Die Schwesterorganisation IWF leitet dagegen üblicherweise ein Europäer, zurzeit die Französin Christine Lagarde.

Weltbankchef Jim Yong Kim kündigt Rücktritt an
Jan Bösche, ARD Washington
08.01.2019 08:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Januar 2019 um 18:15 Uhr.

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