Streik am Flughafen Berlin-Tegel | Bildquelle: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Tarifstreit beim Sicherheitspersonal Neue Warnstreiks an drei Flughäfen

Stand: 09.01.2019 11:16 Uhr

Nach den Warnstreiks in Berlin ruft ver.di das Sicherheitspersonal an den Flughäfen in Stuttgart, Düsseldorf und Köln-Bonn auf, morgen die Arbeit niederzulegen. Flugreisende müssen morgen mit Ausfällen rechnen.

Passagiere an den Flughäfen in Stuttgart, Düsseldorf und Köln-Bonn müssen morgen mit Verzögerungen rechnen. Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten des Sicherheitspersonals zu einem ganztägigen Warnstreik auf.

Die Streiks werden in Stuttgart mit der ersten Frühschicht gegen drei Uhr beginnen, wie die Gewerkschaft mitteilte, in Düsseldorf und Köln-Bonn bereits um Mitternacht. Wie schon am Montag in Berlin sei mit starken Einschränkungen im Luftverkehr zu rechnen. Dort hatte ein Warnstreik des Sicherheitspersonals den Flugverkehr an den Flughäfen Berlin Tegel und Schönefeld weitgehend zum Erliegen gebracht.

Die Warnstreiks werden nach Angaben des Flughafenverbandes ADV etwa 111.000 Reisende treffen. Das Vorgehen von ver.di sei sei "überzogen, rücksichtslos und unverantwortlich", sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Dadurch entstünde großer Schaden nicht nur für die Flughäfen, die zudem in dem Streit kein Verhandlungspartner seien, sondern auch für "das Image Deutschlands". Allein in Düsseldorf sind laut Flughafenangaben etwa 58.600 Passagiere betroffen, dort waren 570 Landungen und Abflüge geplant.

Flugzeuge an Flughafen Tegel | Bildquelle: dpa
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Am Montag standen die Flugzeuge unter anderem am Flughafen Tegel still.

Weitere Streiks nicht ausgeschlossen

Hintergrund der Warnstreiks ist ein Tarifkonflikt mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Nach den Warnstreiks in Berlin hätten die Arbeitgeber die Möglichkeit gehabt, ein verbessertes Angebot vorzulegen, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Benjamin Roscher. Lasse dies weiter auf sich warten, seien weitere Arbeitsniederlegungen nicht auszuschließen.

Die Gewerkschaft will mit der erneuten Streikaktion ein verbessertes Tarifangebot für die rund 23.000 Beschäftigten im Bereich der Sicherheit an deutschen Flughäfen erreichen.

Ver.di fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Kontrollbereich auf 20 Euro. Bislang bot der BDLS laut Gewerkschaft eine Erhöhung von 1,8 bis zwei Prozent pro Jahr bei zweijähriger Laufzeit an. Dieses Angebot wies ver.di als zu niedrig zurück. Die Verhandlungen sollen am 23. Januar in Berlin fortgesetzt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Januar 2019 um 09:00 Uhr.

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