Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Flughafen | AFP

Lufthansa Bodenpersonal beendet Warnstreik

Stand: 28.07.2022 07:51 Uhr

Seit sechs Uhr ist der Warnstreik des Bodenpersonals bei der Lufthansa laut der Gewerkschaft ver.di vorbei. Der Flugbetrieb könne wieder regulär stattfinden. Mehr als 130.000 Passagiere waren vom Ausstand betroffen.

Das Lufthansa-Bodenpersonals streikt nicht mehr. Der am frühen Mittwochmorgen begonnene Ausstand sei "seit sechs Uhr beendet", sagte ver.di-Vertreter Marvin Reschinsky der Nachrichtenagentur AFP. "Die Beschäftigten haben ihre Arbeit wieder aufgenommen und der Flugbetrieb kann regulär stattfinden."

Es gebe keine geplanten Flugabsagen, sagte eine Sprecherin der Lufthansa. An den Flughäfen sind verkehrsreiche Tage zu erwarten, da Baden-Württemberg in die Sommerferien gestartet ist und Bayern am Wochenende folgt.

Mehr als 130.000 Passagiere von Streik betroffen

Das Lufthansa-Bodenpersonal hatte den Betrieb der Fluggesellschaft mitten in der Sommerreisezeit mit einem Streik in großen Teilen zum Erliegen gebracht. Die Fluggesellschaft strich fast alle Flüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München, auch die Zubringerflüge der Lufthansa vom Hauptstadtflughafen BER nach Frankfurt und München entfielen. Die Lufthansa sprach von rund Tausend abgesagten Flügen, betroffen waren den Angaben zufolge mehr als 130.000 Passagiere.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und ver.di für die rund 20.000 Beschäftigten am Boden waren in der zweiten Runde Mitte Juli ohne Ergebnis geblieben. Die Gewerkschaft fordert 9,5 Prozent mehr Lohn und einen Mindeststundenlohn von 13 Euro bei zwölf Monaten Laufzeit.

Die Lufthansa legte ein Angebot aus Festbeträgen und einer von der Geschäftsentwicklung abhängigen Komponente bei einer Laufzeit von 18 Monaten vor. Die Verhandlungen sollen am 3. und 4. August in Frankfurt am Main fortgesetzt werden.

Union fordert: Wissing soll vermitteln

Bundesverkehrsminister Volker Wissing rief derweil ver.di und die Lufthansa zu einer raschen Einigung im Tarifkonflikt auf. "Eine verantwortungsvolle und schnelle Verhandlung ist angebracht, nachdem der Flugverkehr bereits genug Probleme bewältigen muss", sagte Wissing der "Bild"-Zeitung. Der Konflikt müsse "im Rahmen der Tarifautonomie" gelöst werden. "Beide Tarifparteien sollten aber an die Reisenden denken und ihren Streit nicht auf deren Rücken austragen."

Die Union machte sich dafür stark, dass sich Wissing in den Tarifkonflikt einschaltet. "Herr Minister, holen Sie die Tarifparteien an den Verhandlungstisch. Nehmen Sie Ihre Verantwortung für den deutschen Luftverkehr wahr und sorgen Sie dafür, dass die Menschen in ihren wohlverdienten Urlaub fliegen können, endlich nach zwei Jahren Reisebeschränkungen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ulrich Lange, der "Bild"-Zeitung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Juli 2022 um 09:00 Uhr.