Kunden kaufen in einem Walmart Supercenter in Houston im US-Bundesstaat Texas ein. | Bildquelle: AP

Nach Massaker in El Paso Walmart schränkt Verkauf von Munition ein

Stand: 03.09.2019 22:08 Uhr

Der Einzelhandelsriese Walmart will sein Waffenangebot weiter einschränken. Grund dafür sind die jüngsten Massaker in einer US-Filiale des Unternehmens in El Paso mit 22 Toten.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Walmart wird aus dem Verkauf von Munition für Handfeuerwaffen aussteigen. Außerdem will das Unternehmen keine Munition mehr verkaufen, die nicht nur in Jagdgewehren, sondern auch in militärähnlichen Waffen genutzt werden kann.

Das größte Einzelhandelsunternehmen in den USA bittet außerdem alle Kunden, künftig keine Waffen mehr offen in ihren Läden zu tragen - auch wenn dies in einigen Bundesstaaten gesetzlich erlaubt ist.

Bedrohte Kunden und Angestellte

Diese Entscheidungen hat der Konzern getroffen, nachdem im August 22 Menschen in El Paso in einer Walmart-Filiale erschossen worden sind. Zuvor waren bereits zwei Angestellte von einem Kollegen in Mississippi getötet worden.

In den vergangenen Wochen haben die Befürworter einer Reform der Waffengesetze den Druck auf das Unternehmen erhöht, etwas zu tun. Walmart-Chef Doug McMillon berichtet in seinem Statement davon, dass in den vergangenen Wochen mehrere Läden evakuiert worden seien und die Polizei gerufen worden sei, weil sich Kunden oder Angestellte bedroht gefühlt hätten.

Walmart-Chef Doug McMillon | Bildquelle: REUTERS
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Walmart-Chef Doug McMillon wendet sich an die Politik mit der Bitte, dass Hintergrundüberprüfungen vor Waffenkäufen verstärkt werden.

Appell an die Politik

Walmart verkauft im Moment nach eigenen Angaben rund 20 Prozent der Munition auf dem US-Markt. Das Unternehmen erwartet, dass der Anteil auf sechs bis neun Prozent schrumpfen wird. Walmart-Chef McMillon wendet sich außerdem an die Politiker und fordert sie auf, Hintergrundüberprüfungen vor Waffenkäufen zu verstärken und denjenigen Waffen abzunehmen, die eine Gefahr darstellen. Er habe an das Weiße Haus und die führenden Politiker im Kongress geschrieben, um sie zum Handeln zu bewegen.

Der Ist-Zustand, das steht zweimal fett gedruckt in dem Walmart-Statement, sei unakzeptabel. Der Konzern wolle dazu beitragen, das Land sicherer zu machen. "March for our lives", die Bewegung, die Überlebende der Schießerei in Parkland ins Leben gerufen haben, bedankte sich per Twitter bei Walmart. Dies sei ein riesiger Schritt in die richtige Richtung.

Walmart steigt aus dem Munitionsverkauf aus und verbietet offenes Waffentragen
Martina Buttler, ARD Washington
04.09.2019 08:21 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 04. September 2019 NDR Info um 03:00 Uhr in den Nachrichten und B5 aktuell um 06:09 Uhr.

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