Kräne im Hamburger Hafen

Regierung erhöht Wachstumsprognose "Sind auf einem stabilen Erholungskurs"

Stand: 12.02.2014 13:00 Uhr

Die Bundesregierung sieht Deutschland im Aufwind. In seinem Jahreswirtschaftsbericht erhöhte das Kabinett die Prognose für das diesjährige Wirtschaftswachstum von 1,7 auf 1,8 Prozent. 2015 sollen es sogar 2,0 Prozent werden. Zum Vergleich: 2013 hatte es nur zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht.

"Die deutsche Wirtschaft ist auf einen stabilen und breit angelegten Erholungskurs eingeschwenkt", sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der den Bericht erstmals verantwortet. Garant dafür ist die robuste Binnenwirtschaft: Der private Konsum, die Investitionen heimischer Unternehmen und der Bauboom sollen die Konjunktur anschieben.

Diesmal sollen auch die Importe kräftig wachsen

Die Zahl der Erwerbstätigen wird der Prognose zufolge in diesem Jahr um 240.000 auf das Rekordniveau von 42,1 Millionen steigen. "Die günstigen Wachstums- und Gewinnaussichten der Unternehmen lassen Beschäftigung und Löhne steigen", erklärte das Ministerium. Die Löhne sollen mit 2,7 Prozent stärker zulegen als 2013 mit 2,3 Prozent.

"Die Dynamik der deutschen Binnenwirtschaft ist nicht nur eine gute Nachricht für Deutschland, sondern auch für unsere Partner in Europa", sagte Gabriel. "Wir kommen damit unserem Ziel, die wirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum abzubauen, ein Stück näher." So sollen die Exporte mit 4,1 Prozent weniger stark wachsen als die Importe mit 5,0 Prozent. Das würde den viel kritisierten hohen Exportüberschuss schrumpfen lassen, den die EU-Kommission derzeit unter die Lupe nimmt.

Gabriel stellt sich hinter Gewerkschaften

Die Lohnforderungen der Gewerkschaften verteidigte Gabriel. Es sei völlig normal, dass Gewerkschaften jetzt auch eine "Umverteilungskomponente" zum Maßstab ihrer Forderungen in den Tarifverhandlungen machten, sagte der Sozialdemokrat: "Das ist auch absolut berechtigt."

Gabriel wies Darstellungen zurück, er habe im neuen Jahreswirtschaftsbericht der Regierung zu Lohnzurückhaltung aufgerufen. "Ich freue mich im Gegenteil über die gute Einkommens- und Lohnentwicklung, weil sie dazu beiträgt, die Binnenkonjunktur zum Motor der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu machen."