Audi-Chef Stadler festgenommen. | Bildquelle: dpa

Nach Abgasskandal VW trennt sich von Audi-Chef Stadler

Stand: 02.10.2018 15:52 Uhr

Audi-Chef Stadler muss seine Posten im VW-Konzern niederlegen. Grund sei die "andauernde Untersuchungshaft" von Stadler, teilte das Unternehmen mit. Er war im Zusammenhang mit dem Abgasskandal verhaftet worden.

Der Volkswagen-Konzern trennt sich von Audi-Chef Rupert Stadler. Stadler scheide "mit sofortiger Wirkung" aus den Vorständen von VW und Audi aus, teilte das Unternehmen mit. Die Trennung erfolge einvernehmlich, die entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden.

Hintergrund sei, dass der beurlaubte Manager wegen seiner "andauernden Untersuchungshaft" nicht in der Lage sei, seine Aufgaben als Vorstandsmitglied zu erfüllen und sich stattdessen auf seine Verteidigung konzentrieren wolle. Die vertragliche Abwicklung sei an den Verlauf und den Ausgang des Strafverfahrens geknüpft.

Audi-Chef Rupert Stadler | Bildquelle: AFP
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Stadler sitzt seit Juni in Untersuchungshaft.

Hohe Abfindung möglich

Die Vereinbarung habe schon länger vorgelegen, allerdings habe der Aufsichtsrat diese ausführlich rechtlich prüfen lassen. Das Kontrollgremium hatte bereits am Freitag über die Personalie beraten, war nach Angaben aus Unternehmenskreisen aber nicht zu einem einhelligen Votum gekommen. Vor allem über die Modalitäten sollte weiter gesprochen werden. Stadlers Vertrag war erst im vergangenen Jahr um fünf Jahre verlängert worden. Deshalb steht eine hohe Abfindung im Raum. Über die Höhe machte Volkswagen keine Angaben.

Nach dpa-Informationen wurden mit der Vereinbarung theoretische Zahlungsansprüche Stadlers in zweistelliger Millionenhöhe ausgeschlossen. Er bekommt demnach als Sofortzahlung deutlich weniger als eine Million Euro. Der Rest zur Abwicklung künftiger Ansprüche für die verbleibende Laufzeit der Dienstverträge werde erst ausgezahlt, wenn die Strafverfahren in Deutschland ohne Verurteilung beendet seien.

Rückkehr unwahrscheinlich

Stadler sitzt seit Juni in Untersuchungshaft, weil ihm die Staatsanwaltschaft München Behinderung der Dieselermittlungen vorwirft. Der Audi-Chef soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen, was Stadler bestreitet. An seiner Rückkehr auf den Chefposten bei der VW-Tochter und in den Konzernvorstand wird in der Branche auch nach einer möglichen Haftentlassung nicht gerechnet. Audi wird zurzeit kommissarisch von Vertriebschef Bram Schot geführt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Oktober 2018 um 17:00 Uhr.

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