Mitarbeiter bauen im Karosseriebau im VW Werk Türen, Kotflügel und Motorhauben an Volkswagen an (Archivbild). | dpa

Zu wenige Computerchips VW drosselt Produktion

Stand: 18.12.2020 17:54 Uhr

Der weltweite Engpass bei Computerchips zwingt auch Volkswagen, die Produktion an Standorten in China, Nordamerika und Europa zu drosseln. In Wolfsburg wird deshalb die Kurzarbeit verlängert.

Wegen Lieferproblemen von Halbleitern wird der Volkswagen-Konzern im ersten Quartal des neuen Jahres seine Produktion herunterfahren müssen. Das Unternehmen berichtete von einer "massiv eingeschränkten Liefersituation" bei Halbleiterherstellern. Betroffen sind Standorte in China, Europa und Nordamerika.

Während des Absatzeinbruchs in der Autoindustrie zu Beginn der Corona-Krise hätten viele Halbleiter-Firmen ihre Zulieferung auf Unterhaltungselektronik umgestellt. Nun, da das Autogeschäft wieder besser laufe - besonders in China - komme es zu drastischen Engpässen, hieß es aus der Wolfsburger Konzernzentrale.

Kurzarbeit in Wolfsburg bis zum 18. Januar verlängert

Betroffen sind die Kernmarke VW, die Töchter Seat und Skoda, sowie die leichten Nutzfahrzeuge, teilweise auch Audi. Daher soll auch eine schon laufende Kurzarbeitsregelung am Stammsitz Wolfsburg entsprechend erweitert werden.

Dort, in Emden und im Komponentenwerk Braunschweig wurde das Arbeitsvolumen für eine hohe vierstellige Zahl an Beschäftigen schon Anfang dieser Woche gesenkt. Grund waren zunächst Probleme eines wichtigen Zulieferers von Sitzteilen, bei dem Teile der Belegschaft nach Corona-Infektionen ausgefallen waren.

Nun soll die Betriebsruhe über die Weihnachts- und Neujahrstage in Wolfsburg für Teile der Golf-Produktion und bis zu 8000 Beschäftigte bis zum 18. Januar verlängert werden - mit gestaffeltem Neustart einzelner Bereiche schon etwas früher. Dies sei mit dem Betriebsrat vereinbart worden, hieß es. An den Tiguan-Linien könne voraussichtlich bereits ab dem 4. Januar weitergearbeitet werden. Die Versorgung der Produktion der neuen ID-Familie sei gesichert.

Auch Conti und Bosch betroffen

Autozulieferer wie Continental und Bosch warnen schon länger vor möglichen Auswirkungen des Halbleitermangels. Zwar hätten viele Hersteller ihre Kapazitäten erweitert, doch würden die zusätzlichen Volumen wegen der Vorlaufzeiten erst in sechs bis neun Monaten zur Verfügung stehen. Daher sei auch im kommenden Jahr mit Lieferengpässe zu rechnen.

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch hatte Anfang Dezember mitgeteilt, nicht nur die Autoindustrie sei betroffen. Gegenwärtig bestehe weltweit ein Mangel an bestimmten Halbleiterkomponenten. Kein Anbieter könne sich dieser Entwicklung entziehen. Auch bei Bosch suche man nach Wegen, um die Lieferketten so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Die Engpässe kommen für die gesamte Branche höchst ungelegen, da die Autonachfrage gerade wieder in Fahrt kommt.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Niedersachsen Aktuell am 11. Dezember 2020 um 18:00 Uhr.