Dieselmotorabdeckung eines VW Golf | Bildquelle: dpa

Justiz eröffnet Register VW-Kunden können sich Klage anschließen

Stand: 27.11.2018 11:42 Uhr

Vom Abgasskandal betroffene Kunden können sich ab sofort der Musterfeststellungsklage gegen VW anschließen. Das Bundesamt für Justiz veröffentlichte auf seiner Internetseite entsprechende Formulare.

Für Dieselkunden von VW ist der Weg nun frei - sie können sich ab sofort der Musterfestellungsklage gegen den Autobauer anschließen, indem sie sich in das Klageregister eintragen. Wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) mitteilte, wurde das entsprechende Register beim Bundesamt für Justiz am Montagabend eröffnet.

Klaus Müller, Chef des vzbv, erklärte, die Eintragung sei kostenlos und vor allem für diejenigen interessant, die sich gegen Einzelklagen entschieden hätten. "Viele geschädigte Dieselfahrer haben bisher nicht die Zeit, die Risikobereitschaft, vielleicht auch nicht die Kosten aufbringen wollen, um individuell gegen Volkswagen zu klagen."

Nun übernehme der Verbraucherschützerverband das Prozessrisiko. Er klagt stellvertretend für Betroffene des Dieselskandals gegen Volkswagen. Ziel ist es, dass diese für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge entschädigt werden.

Voraussetzung: mindestens 50 Betroffene

Die Verhandlung kann nur beginnen, wenn sich binnen zwei Monaten mindestens 50 Betroffene in das Register eintragen. Die Anwälte des vzbv rechnen allerdings damit, dass sich mehrere Zehntausend Dieselfahrer der Musterfeststellungsklage anschließen werden.

Eine Anmeldung von Ansprüchen zu der Klage ist dem Bundesamt für Justiz zufolge grundsätzlich bis einen Tag vor Beginn des ersten Termins beim Oberlandesgericht Braunschweig möglich. Dieser Termin werde "rechtzeitig" auf der Internetseite der Behörde bekannt gemacht.

Nach Eintragung der Anmeldung im Klageregister schickt das Bundesamt den angemeldeten Verbrauchern eine Bestätigung per Post zu.

ADAC unterstützt die Klage

Der Präsident des ADAC, August Markl, erklärte: "Für uns ist wichtig, dass der Dieselskandal im Sinne und Interesse unserer Mitglieder aufgearbeitet und endlich abgeschlossen wird. Vielleicht kann so ein Schlussstrich auch dazu beitragen, dass das interessengeleitete Schlechtreden der Antriebstechnologie Diesel sowie der gesamten Automobilbranche ein Ende findet."

Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. November 2018 um 12:00 Uhr.

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