Ein Mann putzt ein VW-Logo am neuen VW-Werk in Kigali | Bildquelle: REUTERS

Sparprogramm VW streicht bis zu 7000 Stellen

Stand: 13.03.2019 08:59 Uhr

Schon in der vergangenen Woche war über Stellenstreichungen bei VW spekuliert worden. Jetzt hat der Konzern bestätigt, dass bis zu 7000 Jobs abgebaut werden sollen, um Mittel für die Elektromobilität freizuschaufeln.

Der Volkswagen-Konzern streicht bei seiner Kernmarke bis zum Jahr 2023 Tausende weitere Stellen. Das Unternehmen gehe davon aus, dass bis dahin "durch Automatisierung von Routinearbeiten etwa 5000 bis 7000 Arbeitsplätze wegfallen", teilte VW mit.

Das Programm solle bereits ab dem laufenden Jahr anteilig wirken. Die Streichungen sollen demnach aufgefangen werden, indem Stellen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht wiederbesetzt werden. Ein Umbau "entlang der demografischen Kurve" sei möglich, fuhr Volkswagen fort. Die bis 2025 geltende Beschäftigungssicherung bekräftigte der Autobauer.

VW-Neuwagen auf einem Parkplatz auf dem Flughafen Schönefeld bei Berlin | Bildquelle: dpa
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Auf einem Teil des Flughafens Schönefeld hat VW viele noch nicht zugelassene Pkw geparkt.

"Schlüsseljahr" für Zukunftsinvestitionen

Damit verschärft die Marke Volkswagen ihren Sparkurs, um die enormen Investitionen in die Elektromobilität zu stemmen. Die Kosten sollen ab 2023 um 5,9 Milliarden Euro im Jahr gesenkt werden. Dabei sollen im Bereich Software und Elektronikarchitektur rund 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Volkswagen wolle seinem "strategischen Anspruch im Elektro-Zeitalter gerecht" werden, erklärte Finanzvorstand Arno Antlitz. Besonders 2019 werde für die Transformation der Marke ein "Schlüsseljahr".

Insgesamt will der Autobauer demnach die Investitionen in Zukunftsthemen bis 2023 auf 19 Milliarden Euro hochfahren. Das seien acht Milliarden Euro mehr als ursprünglich für diesen Zeitraum vorgesehen. Allein in die Digitalisierung der Verwaltung und neue IT-Systeme steckt VW 4,6 Milliarden Euro.

Weniger Modelle geplant

Darüber hinaus will Volkswagen die Modellvielfalt reduzieren und Materialkosten senken. Mit den bisherigen Sparprogrammen habe VW bereits viel erreicht, sagte der bei der Marke VW für das Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter. "Aber wir müssen noch deutlich mehr tun, um die anstehenden Herausforderungen auch in der Zeit nach 2020 zu bewältigen."

Bereits seit einigen Tagen stand ein weiterer Personalabbau bei der Marke VW im Raum. Zuerst berichtete das "Handelsblatt" am vergangenen Freitag unter Berufung auf Informationen aus dem Konzern über die Pläne.

Im Herbst 2016 hatte das Unternehmen mit der Arbeitnehmerseite bereits ein großes Sparprogramm verabredet, das bis Ende 2020 läuft. Es sieht den weltweiten Abbau von 30.000 Stellen vor, 23.000 davon in Deutschland. Im Gegenzug sollen 9000 Arbeitsplätze in Zukunftsbereichen wie der Softwareentwicklung neu entstehen.

Die Marke VW verfehlte im vergangenen Jahr ihre Renditeziele, vor allem weil die Probleme rund um den neuen Abgas- und Verbrauchstest WLTP viel Geld kosteten. Weil Zulassungen nach dem neuen Prüftest fehlten, konnte lange Zeit nur ein eingeschränktes Modellangebot verkauft werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 13. März 2019 um 09:00 Uhr.

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