Ein Logo von Volkswagen bei einem VW-Händler | Bildquelle: dpa

Sparprogramm VW plant offenbar weiteren Stellenabbau

Stand: 08.03.2019 18:28 Uhr

Volkswagen will offenbar weitere Tausende Stellen streichen. Betriebsratschef Osterloh attackiert das Management scharf - und wirft der Konzernführung schwere Fehler vor.

Volkswagen plant einem Zeitungsbericht zufolge ein neues milliardenschweres Sparprogramm mit dem zusätzlichen Abbau von rund 5000 Arbeitsplätzen. Der Vorstand um VW-Chef Herbert Diess wolle von 2023 an über zusätzliche Effizienzmaßnahmen 5,9 Milliarden Euro jährlich einsparen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Informationen aus dem Konzern. Grund sei die Umstellung auf Elektroautos, für die das Unternehmen mehr Geld benötige.

Womöglich werde es sogar nötig, 7000 Stellen zu streichen. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Jahrespressekonferenz der Marke am Mittwoch.

Osterloh kritisiert Management

Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte der "Braunschweiger Zeitung", dass das Management noch mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln müsse. Er kritisierte die Konzernführung und warf ihre schwere Fehler vor. "Es kann nicht sein, dass hier Milliarden versenkt werden und das bleibt ohne Folgen", sagte er. Allein Versäumnisse bei der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP hätten VW mindestens eine Milliarde Euro gekostet.

Herbert Diess steht der Presse Rede und Antwort. | Bildquelle: dpa
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Konzernchef Herbert Diess: Kritik vom Betriebsrat

Probleme mit Abgastestverfahren

Volkswagen hatte im vergangenen Herbst massive Schwierigkeiten mit dem seit Anfang September geltenden Messzyklus und musste zeitweise Tausende Fahrzeuge zwischenparken, weil man mit der Zertifizierung der zahlreichen Modellvarianten nicht hinterherkam.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass die Einführung des neuen Abgastestverfahrens den Konzern im vergangenen Jahr sogar bis zu 3,6 Milliarden Euro gekostet habe. Reuters beruft sich sich dabei auf einen "Insider".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. März 2019 um 17:00 Uhr.

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