Das Logo des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland vor dem Schriftzug des Mobilfunkanbieters Vodafone an einem Vodafone-Geschäft, aufgenommen am 17.07.2013 in Regensburg (Bayern).

Genehmigung unter Auflagen Vodafone darf Unitymedia übernehmen

Stand: 18.07.2019 13:42 Uhr

Vodafone darf nach einer Entscheidung der EU-Kommission den Kabelanbieter Unitymedia unter Auflagen übernehmen. Eine Reihe von Bedingungen soll sicherstellen, dass Kunden keine Nachteile entstehen.

Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme des deutschen Kabelnetzanbieters Unitymedia durch den Konkurrenten Vodafone genehmigt. Bedingung sei, dass Vodafone die angebotenen Zugeständnisse an Wettbewerber auch umsetze, teilte die Kommission mit.

In Deutschland entsteht damit ein bundesweit agierender Kabelnetzanbieter: Unitymedia versorgt die Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg, Vodafone ist in den restlichen Bundesländern tätig. Zu dem Deal zwischen Vodafone und dem Unitymedia-Mutterkonzern Liberty Global gehört auch der Verkauf der Liberty-Ableger in Tschechien, Ungarn und Rumänien, den die Brüsseler Wettbewerbsbehörde ebenfalls genehmigte.

Das Logo von Unitymedia an der Kölner Zentrale des Kabelnetzbetreibers. | Bildquelle: dpa
galerie

Laut Vodafone soll sich für die Unitymedia-Kunden "erst einmal" nichts ändern. Alle Verträge, Tarife und Ansprechpartner im Service blieben bis auf Weiteres bestehen.

O2 kann in den Kabelmarkt einsteigen

Das Unternehmen müsse unter anderem garantieren, dass einem Konkurrenten - den Angaben zufolge Telefónica (O2) - Zugang zum Kabelnetz gewährt werde, um den Wettbewerbsdruck zu sichern. Zudem dürften die Gebühren für frei empfangbare Fernsehsender, die ihre Programme über das Kabelnetz von Vodafone in Deutschland übertragen, nicht erhöht werden.

Aufgrund dieser Zugeständnisse sei die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss den Wettbewerb nicht gefährde. Die Genehmigung werde unter der Auflage erteilt, dass Vodafone die Zusagen in vollem Umfang einhält.

Die Kabel spielen längst auch beim schnellen Festnetz-Internet eine entscheidende Rolle. Vodafone hatte im Frühjahr 2018 angekündigt, die Kabelnetze von Liberty Global - hierzulande unter dem Namen Unitymedia tätig - in Deutschland sowie in Ungarn, Tschechien und Rumänien für insgesamt 18,4 Milliarden Euro übernehmen zu wollen.

Telekom kritisiert Erlaubnis

Vodafone will in den kommenden drei Jahren insgesamt 25 Millionen Haushalte mit Internet in Gigabit-Geschwindigkeit versorgen. Mit dem Zukauf steigt die Zahl der TV-Kunden von 7,7 auf 14 Millionen, die Zahl der Internetkunden von 6,5 auf zehn Millionen - viele Kunden haben sowohl einen Fernseh- als auch einen Internetvertrag.

Die Telekom äußerte sich kritisch zu der Kommissionsentscheidung. "Wir sind überzeugt, dass die Auflagen nicht ausreichen, negative Auswirkungen im Bereich der Medien- und Programmvielfalt abzuwenden», sagte ein Sprecher. «Wir werden die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde intensiv analysieren und dann entscheiden, ob eine gerichtliche Überprüfung zum Schutz des Wettbewerbs geboten ist."

Vor etwa zwei Jahrzehnten hatte die Deutsche Telekom ihr TV-Kabelnetz auf Druck der EU-Kommission abgegeben und sie an mehrere regionale Anbieter veräußert. Seit 2013 ist Vodafone mit von der Partie, damals schluckte das Unternehmen die Firma Kabel Deutschland.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juli 2019 um 14:00 Uhr.

Darstellung: