Nach Rücktritt bei Hypo Real Estate Viermetz räumt Aufsichtsratsposten bei Deutscher Börse

Stand: 19.10.2008 21:21 Uhr

Nach seinem Rückzug aus dem Kontrollgremium des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) scheidet Kurt Viermetz auch als Aufsichtsratschef der Deutschen Börse aus. In einer Pflichtveröffentlichung teilte die Börse mit, Viermetz habe sein Amt mit Wirkung zum 8. Dezember niedergelegt. An diesem Tag wird die nächste ordentliche Aufsichtsratssitzung der Deutsche Börse AG stattfinden.

Zweite wichtige Funktion aufgegeben

Kurt Viermetz, Aufsichtsratschef der Deutschen Börse
galerie

Zwei Rücktritte in neun Tagen: Kurt Viermetz

Mit dem Rücktritt Viermetz' weicht die Deutsche Börse einer Auseinandersetzung mit den beiden Großaktionären "The Childrens Investment Fund" (TCI) und Atticus aus. Der britische Hedgefonds TCI hatte im Streit um die Firmenstrategie eine außerordentliche Hauptversammlung beantragt, auf der Viermetz' Abberufung der einzige Tagesordnungspunkt sein sollte.

Der fast 70-jährige Viermetz gibt innerhalb weniger Tage seine zweite wichtige Funktion auf. Auf massiven Druck der Politik hin hatte er am 10. Oktober bereits den Posten als Aufsichtsratschef der Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) geräumt. Nachdem diese nur mit einem 50-Milliarden-Euro-Paket von Staat und Banken vor dem Aus gerettet werden konnte, hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück einen personellen Neuanfang gefordert. HRE-Vorstandschef Georg Funke war bereits Tage zuvor gegangen. Kreisen zufolge hatte Viermetz in München bis zuletzt um sein Amt gekämpft.

Entschluss stand offenbar lange fest

Sein Entschluss, mit Erreichen des 70. Lebensjahres nicht mehr für den Aufsichtsrat der Börse zu kandidieren und den Vorsitz "in wiederum geeignete Hände zu übergeben", habe dagegen lange festgestanden, erklärte Viermetz. Nach einem Nachfolger werde schon seit dem Sommer gesucht, der Nominierungsausschuss werde in einigen Wochen seine Besetzungsvorschläge für die nächste reguläre Hauptversammlung im Mai 2009 vorlegen. "Damit werden die wesentlichen Weichenstellungen für eine gute und stabile Zukunft der Deutsche Börse AG gestellt sein." Wer den Aufsichtsrat bis dahin führen soll, ließ das Unternehmen offen.

Darstellung: