Umgestürzte Bäume liegen in Kleve (Nordrhein-Westfalen) am Rande einer Landstraße | Bildquelle: dpa

Schäden durch Unwetter Ein außergewöhnliches Sturmjahr

Stand: 21.08.2018 13:46 Uhr

Erst kam "Burglind", dann wütete "Friederike": Vor allem die Winterstürme haben im ersten Halbjahr zu ungewöhnlich hohen Schäden an Wohngebäuden geführt. Das zeigt sich auch in den Versicherungsbilanzen.

Die Winterstürme "Friederike" und "Burglind" haben auch in den Bilanzen der Versicherer deutliche Spuren hinterlassen. Für Unwetterschäden mussten sie in diesem Jahr bis Juni schon nahezu so viel Geld an Hausbesitzer überwiesen wie sonst im ganzen Jahr.

Die versicherten Schäden durch Sturm, Hagel und Starkregen summierten sich im ersten Halbjahr auf 1,3 Milliarden Euro, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mitteilte. Im Ganzjahresdurchschnitt der zehn Vorjahre waren es 1,4 Milliarden Euro gewesen.

Das zweite Halbjahr war dabei üblicherweise das mit den größeren Schäden. Der GDV rechnet deshalb damit, dass 2018 eines der fünf schwersten Sturmjahre der letzten 20 Jahre sein wird.

Zugausfälle nach Sturmtief Burglind im Januar 2018 | Bildquelle: dpa
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Nichts ging mehr: Wegen des Sturmtiefs "Burglind" musste die Bahn im Januar den Fernverkehr einstellen.

Was die Stürme anrichteten

2018 sei vor allem ein außergewöhnliches Sturmjahr gewesen. Mehr als die Hälfte der bisherigen Schäden verursachten demnach allein "Burglind" und "Friederike" im Januar. "Friederike" hatte Dächer abgedeckt und Bäume umgerissen. Die Bahn musste bundesweit den Fernverkehr einstellen. Mehrere Menschen kamen ums Leben. "Burglind" führte zu Überschwemmungen und Erdrutschen.

Unter dem Durchschnitt lagen im ersten Halbjahr die versicherten Schäden durch Starkregen mit 200 Millionen Euro - trotz der schweren Niederschläge im Juni mit teils hohen Schäden. Viele Betroffene seien aber nicht ausreichend versichert gewesen. Da "lokale sintflutartige Regenfälle" in Deutschland immer wieder auftreten, empfahl GDV-Präsident Wolfgang Weile eine entsprechen Erweiterung der bestehenden Versicherungen um Naturgefahren wie Starkregen.

Eine ähnliche Entwicklung sieht der Verband bei der aktuellen Trockenheit. Kaum ein Landwirt habe sich finanziell gegen Dürreschäden abgesichert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Juli 2018 um 23:28 Uhr.

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