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Verizon will Onlinepionier kaufen 4,4 Milliarden Dollar für AOL

Stand: 12.05.2015 15:51 Uhr

Der einstige Internetriese wird nun selbst verkauft: Der US-Konzern Verizon möchte AOL übernehmen und bietet 4,4 Milliarden Dollar für den Online-Pionier. Mit dem Deal will der Mobilfunk-Anbieter sein Videoangebot ausbauen.

Der US-Telekomkonzern Verizon will für rund 4,4 Milliarden Dollar den Internetpionier AOL kaufen. Man sei bereit, den Konzern für 50 Dollar pro Aktie zu übernehmen, teilte Verizon mit.

AOL ist an dem Internet-Portal "Huffington Post" beteiligt und betreibt etliche Blogs. Verizon unterstreicht mit dem Zukauf seine Ambitionen im mobilen Video- und Werbegeschäft, für das AOL eine Plattform bietet. Die Übernahme soll im Sommer abgeschlossen werden.

Der einstige Internetriese AOL

Der einstige Internetriese AOL: Die Übernahme durch Verizon soll im Sommer abgeschlossen sein.

Einst 30 Millionen Kunden weltweit

AOL hatte zu seiner Blütezeit als Internet-Provider allein über 30 Millionen Kunden weltweit. Im Jahr 2000 fusionierte AOL mit dem Medienkonzern Time Warner. Faktisch übernahm AOL das Traditionsunternehmen getragen vom Höhenflug des eigenen Aktienpreises für mehr als 160 Milliarden Dollar. Auf dem Höhepunkt der Internet-Blase wurde der Zusammenschluss zu AOL Time Warner als zukunftsweisende Verbindung alter und neuer Medien gefeiert.

Doch der Deal brachte nie den erhofften Effekt. AOL wurde 2009 wieder als einzelnes Unternehmen abgespalten und versuchte seitdem, mit wechselndem Erfolg, Geld mit Online-Werbung zu verdienen. Zugleich sind immer noch rund zwei Millionen Amerikaner als Kunden im Zugangsgeschäft registriert. In Deutschland profitierte eine Zeit lang der Medienkonzern Bertelsmann erheblich von einer Zusammenarbeit mit AOL. 1995 ging AOL Europe mit der Bertelsmann AG das Joint Venture AOL Deutschland ein, das drei Jahre später bereits wieder beendet wurde.