Zwanzig-Euro-Schein | dpa

Neue Geldscheine ab 2021 Gelackte Zwanziger leben länger

Stand: 27.12.2020 12:25 Uhr

Speziallack soll nun auch die 20-Euro-Scheine vor Schmutz und Rissen schützen. Da kleine Scheine öfter von Hand zu Hand gehen, sind Fünfer und Zehner bereits beschichtet. Die glatten Zwanziger druckt die Bundesbank ab 2021.

Wer im kommenden Jahr einen 20-Euro-Schein in die Hände bekommt, könnte kurz stutzig werden: Die Banknoten fühlen sich glatter an. Der Zwanziger werde nun auch standardmäßig mit einem Speziallack überzogen, um die Geldscheine haltbarer zu machen, erklärte Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann.

Ab 2021 werden nur noch beschichtete 20-Euro-Banknoten hergestellt, so dass unbeschichtete 20-Euro-Banknoten nach und nach aus dem Bargeldkreislauf verschwinden werden.

Sonderbehandlung auch für Fünfer und Zehner

Auch der Fünfer und der Zehner sind mit einem Speziallack überzogen. Das ist Standard ab der seit 2013 nach und nach in Umlauf gebrachten zweiten Serie der Euro-Banknoten. Gerade die Scheine mit geringerem Wert wechseln häufig den Besitzer und können dadurch schneller verschmutzt oder beschädigt und damit unbrauchbar werden.

Tests im Labor hätten ergeben, dass die Beschichtung die durchschnittliche Lebensdauer der Banknote erhöhe, sagte Beermann. Einige Notenbanken der Euro-Länder geben nach Angaben der Bundesbank bereits seit Sommer 2020 probeweise lackierte Zwanziger in Umlauf.

Beliebt bei Fälschern

Im Auftrag der Bundesbank werden allerdings erstmals im Jahr 2021 Zwanziger mit Lackierung hergestellt und im Jahresverlauf in Umlauf gegeben. Bis Verbraucher in Deutschland eine solche lackierte 20-Euro-Banknote in Händen halten, könnte es also noch etwas dauern. Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge waren im November 2020 gut 4,3 Milliarden 20-Euro-Scheine im Gesamtwert von 86,1 Milliarden Euro im Umlauf.

Der Hinweis der Währungshüter auf die neue Lackierung ist für Verbraucher auch deshalb wichtig, weil Kriminelle 20-Euro-Scheine häufig als Fälschung unters Volk bringen. Im ersten Halbjahr 2020 nahm in Deutschland vor allem die Zahl der 10- und 20-Euro-Blüten zu. Der Zwanziger hatte mit 10.024 Fälschungen einen Anteil von 29 Prozent an den gut 34.000 Falschnoten, die Polizei, Handel und Banken in den ersten sechs Monaten 2020 in Deutschland aus dem Verkehr zogen.

Zweite Euro-Banknoten-Serie ohne 500-Euro-Schein

Die zweite Euro-Banknoten-Serie seit Einführung des gemeinsamen europäischen Bargelds 2002 ist seit Mai 2019 komplett. Seitdem sind auch der 100- und der 200-Euro-Schein mit überarbeiteten Sicherheitsmerkmalen im Umlauf. Der 500-Euro-Schein fehlt in der sogenannten "Europa-Serie".

Von der Einstellung der lilafarbenen Banknote versprechen sich Währungshüter eine Eindämmung von Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit. Die alten Scheine der ersten Euro-Serie bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und sind unbegrenzt umtauschbar.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. Dezember 2020 um 12:06 Uhr.