Ein Stromzähler | dpa

Teure Energie "Historisches Allzeithoch" der Strompreise

Stand: 25.01.2022 10:48 Uhr

Die Strompreise sind in den vergangenen zwölf Monaten laut Vergleichsportal Verivox um 40 Prozent angestiegen. In manchen Regionen Deutschlands verteuerte sich die Energie sogar noch stärker.

Strom für private Haushalte hat sich innerhalb eines Jahres in einem bislang kaum bekannten Tempo verteuert. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Preise um 40 Prozent gestiegen. Das hat eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergeben.

"Die Strompreise in Deutschland befinden sich auf einem historischen Allzeithoch", erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck: "Noch nie mussten Verbraucher hierzulande so viel für Elektrizität ausgeben."

Ein Plus von 40 Prozent innerhalb von nur zwölf Monaten übersteige "die Belastungsgrenze vieler Haushalte in Deutschland", fügte er hinzu. "Zuvor erstreckte sich ein Anstieg in dieser Höhe über zwölf Jahre." Zwischen August 2021 und Januar 2022 hat der Strompreis laut Verivox für private Verbraucher insgesamt fünfmal ein neues Allzeithoch erreicht.

Höchster Anstieg in Mecklenburg-Vorpommern

Bezahlte eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von rund 4000 Kilowattstunden im Januar des vergangenen Jahres durchschnittlich 1171 Euro, kostet die gleiche Menge im Januar 2022 bereits 1626 Euro. Das ergab die Auswertung des Vergleichsportals. Das entspricht einem Plus von 38,8 Prozent oder 455 Euro, die eine Familie mehr für Strom zahlen muss.

Regional gibt es außerdem deutliche Unterschiede bei den Stromkosten: Der höchste Anstieg war in Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen. Dort stiegen die Kosten auf Jahressicht um 48,7 Prozent, was einem Plus von 565 Euro für eine dreiköpfige Familie entspricht.

Preis an der Strombörse vervielfacht

Versorger begründen die Preiserhöhungen vor allem mit gestiegenen Großhandelspreisen, die sie an die Endverbraucher weitergeben. Die Großhandelspreise seien "seit Mitte des Jahres 2021 regelrecht explodiert", erklärte Verivox. Zwischenzeitlich stiegen die Kosten für die Versorger an der Strombörse EEX demnach um mehr als das Vierfache. An den Spotmärkten, wo Strom kurzfristig gehandelt wird, hätten sich die Preise in der Spitze sogar versiebenfacht.

"Vor allem Versorger, die sich kurzfristig am Markt mit Strom eindecken, sind in den letzten Monaten stark in Zugzwang geraten, die steigenden Beschaffungskosten an ihre Kunden weiterzugeben", so Storck. Dieser Trend werde sich in den kommenden Monaten "trotz sinkender EEG-Umlage fortsetzen", prognostizierte er. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Januar 2022 um 15:00 Uhr.