Kunden bei  Einkauf im einem Dorfladen | dpa

Konsum in der Pandemie Deutsche kaufen im Laden um die Ecke

Stand: 18.05.2021 08:57 Uhr

Die Corona-Krise hat in den vergangenen Monaten nicht nur den Online-Handel beflügelt. Laut einer aktuellen Befragung profitieren auch lokale Läden. Die Käufer setzen zudem verstärkt auf Nachhaltigkeit.

Eine aktuelle Umfrage der Marktforscher von PwC hat ein deutlich verändertes Konsumverhalten bei Bundesbürgern ermittelt. Gekauft wird in Zeiten der Pandemie zwar oft über das Internet. Aber auch lokale Geschäfte gewannen Kundschaft mit ihren Diensten dazu und behaupteten sich in den verschiedenen Lockdown-Phasen.

Lokales Geschäft und Onlineshopping erweisen sich demnach oft eher als Ergänzung statt als Konkurrenz. "Lokale Läden haben in der Pandemie an Relevanz gewonnen - und zwar auch im Bereich Onlineshopping. Konzepte wie Click & Collect oder eine direkte Lieferung vom lokalen Laden werden bei den Kundinnen und Kunden immer beliebter", so der PwC-Handelsexperte Christian Wulff bei der Vorstellung der Studie. PwC hat für die halbjährlich durchgeführte "Global Consumer Insights Pulse Survey" mehr als 8700 Menschen in 22 Ländern befragt, darunter 511 Personen in Deutschland.

Homeoffice wertet "Laden um die Ecke" auf

Gerade Händler in den Stadtvierteln abseits der Innenstädte profitieren von diesem veränderten Einkaufsverhalten. Menschen im Homeoffice kauften gerne im Laden um die Ecke ein, so PwC. Rund 28 Prozent der Bevölkerung arbeiteten derzeit überwiegend von zuhause. Fast die Hälfte davon kaufe nach eigenen Angaben mehr in lokalen Geschäften ein. Aber auch bei den Befragten, die nicht überwiegend im Homeoffice arbeiten, shoppe in der Pandemie mehr als jeder Dritte häufiger im "Laden um die Ecke".

Gleichzeitig hat sich laut der Umfrage der Trend zum Onlineshopping fortgesetzt - und zwar unabhängig von Alter der Kunden. Im Modebereich wird danach beinahe die Hälfte des Bedarfs via PC- oder Smartphone-Einkauf getätigt. Bei Elektronikprodukten liegt der Anteil bei mehr als einem Drittel. Die sogenannten "Millennials", also die Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen, sind dabei Vorreiter.

Weniger Verpackung, mehr Umwelt

Als zweiten wichtigen Trend, der in der Pandemie deutlicher hervorgetreten sei, haben die Forscher das Thema Nachhaltigkeit identifiziert. Mehr als die Hälfte der Befragen (56 Prozent) gab an, beim Einkauf auf Produkte mit umweltfreundlicher oder reduzierter Verpackung zu achten.

Ebenso viele bevorzugen nach eigenen Angaben beim Einkauf Unternehmen, "die sich für den Umweltschutz einsetzen". Und jeder vierte Befragte erklärte, er sei bereit, für ethische Praktiken und nachhaltige Produktion von Lebensmitteln, Mode und Konsumgütern einen höheren Preis zu zahlen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. Mai 2021 um 06:38 Uhr.