Die Literpreise für Kraftstoffe werden an einer Tankstelle angezeigt. | dpa

Preise im Vergleich Tanken in Deutschland besonders teuer

Stand: 11.04.2022 13:38 Uhr

Benzin ist in Deutschland trotz aktuell sinkender Preise deutlich teurer als in den meisten Nachbarstaaten. Der Dieselpreis ist laut einem aktuellen Vergleich sogar der höchste in der EU. Am günstigsten tanken Autofahrer in Polen.

Der Dieselpreis ist im bundesweiten Durchschnitt wieder unter die Marke von zwei Euro gerutscht. Wie der ADAC mitteilte, verlangten die Tankstellen am Sonntag im Schnitt 1,995 Euro für einen Liter Diesel. Das war ein Cent weniger als am Freitag. Super E10 kostete am Sonntag nahezu unverändert 1,961 Euro.

Dennoch ist Tanken in Deutschland aktuell meist deutlich teurer als anderswo in Europa. "Benzin und Diesel waren an den deutschen Tankstellen zuletzt teils deutlich teurer als in den meisten direkten Nachbarstaaten Deutschlands", lautet das Ergebnis eines Vergleichs durch das Statistische Bundesamt, der sich auf Daten der EU-Kommission und der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt von vergangener Woche stützt.

Demnach zahlten Autofahrer in Deutschland am 4. April im Tagesdurchschnitt 2,06 Euro - und zwar sowohl für einen Liter Super E5 als auch für einen Liter Diesel. Der Preis für Diesel war an dem Tag in Deutschland der höchste, der für Benzin war nur in den Niederlanden (2,11 Euro) und Dänemark (2,09 Euro) höher.

Billig tanken im Osterurlaub

Am günstigsten waren die Preise für Benzin und Diesel vergangene Woche in Polen, wie das Statistikamt weiter ausführte. Dort sparten Autofahrer am 4. April im Vergleich zu Deutschland 64 Cent beim Liter E5 und 45 Cent beim Liter Diesel. Auch in Österreich, Luxemburg, Tschechien, Belgien und Frankreich war das Tanken demnach billiger als in Deutschland. 

Wer in den Osterferien mit dem Auto oder Wohnmobil in südliche Länder fährt, kann auch dort auf günstiges Benzin hoffen, so die Statistiker: Der Liter E5 kostete in Italien am 4. April 1,79 Euro, der Liter Diesel ebenso. Auch in Kroatien oder Ungarn, wo Benzin E5 nur 1,30 Euro kostet, war das Tanken deutlich günstiger als in Deutschland. "Wen es dagegen in den Norden nach Schweden zieht, muss deutlich mehr zahlen als in diesen Ländern": E5 kostete dort am 4. April 2,03 Euro und der Liter Diesel 2,44 Euro.

48 Prozent der Tankrechnung landen beim Staat

In Deutschland machen die Steuern einen Großteil der Spritpreise aus. Laut ADAC landen in Deutschland beim Benzin 48 Prozent der Tankrechnung beim Staat, beim Diesel 39 Prozent. Mit dem Rest werden die eigentlichen Kosten für das Produkt von der Rohölquelle über den Transport nach Deutschland und die Weiterverarbeitung bis zur Zapfsäule sowie die CO2-Abgabe bezahlt.

Generell war Tanken auch in der ersten Aprilwoche noch deutlich teurer als vor dem Krieg in der Ukraine, auch wenn die Preise von ihren Höchstständen in der zweiten und dritten Märzwoche wieder gesunken sind. Am 10. März etwa hatte E5 noch 2,26 Euro gekostet, Diesel sogar 2,33 Euro pro Liter. Am 21. Februar, also kurz vor Kriegsbeginn, waren es nur 1,80 Euro für E5-Kraftstoffe und für Diesel 1,66 Euro.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 08. April 2022 um 13:28 Uhr.