Verschiedene Treibstoffarten sind an einer Tankstelle zu sehen.  | dpa

Auswertung des ADAC Spritpreise weiter gesunken

Stand: 27.07.2022 15:25 Uhr

Die Preise für Benzin und Diesel sind in dieser Woche deutlich gesunken, zum Teil sogar auf das Niveau vor Beginn des Ukraine-Krieges. Von einer dauerhaften Entspannung gehen Experten aber nicht aus.

Die Spritpreise sind deutlich gesunken. Heute kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,75 Euro und ist damit fast vier Cent billiger als vor einer Woche. Damit sinken die Preise für E10 bereits seit fast zwei Monaten kontinuierlich und sind nun erstmals wieder auf den Wert von Anfang Februar gefallen. Das geht aus aktuellen Zahlen des ADAC hervor.

Ende Februar hatten bereits die Spannungen im Vorfeld des russischen Angriffs für einen Anstieg der Spritpreise gesorgt. Seit der Invasion Russlands in der Ukraine stiegen die Preise an den Zapfsäulen auch aufgrund der hohen Rohstoffpreise deutlich an.

Preis für Diesel sinkt nicht im selben Maß

Trotz der aktuell sinkenden Preise sieht der ADAC keinen Grund für eine dauerhafte Entwarnung: "Wir haben ein dramatisch hohes Preisniveau, wenn man den Steuerrabatt herausrechnet", sagte Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht. Die temporäre Steuersenkung in Form des Tankrabatts sei der einzige Grund, dass die Preise derzeit überhaupt unter 2 Euro liegen. Er rechnet damit, dass die Preise wieder deutlich steigen, wenn der Tankrabatt planmäßig am 31. August dieses Jahres ausläuft.

Durch den Rabatt sinkt die Energiesteuer um 35,2 Cent pro Liter Superbenzin und um 16,7 Cent pro Liter Diesel. Besonders der Preis für den Liter Diesel liegt aber noch immer deutlich über dem Vorkriegsniveau: "Bei Diesel sieht es an der Tankstelle weitaus dramatischer aus", sagte auch Albrecht - obwohl auch Diesel im Vergleich zur Vorwoche um 3,5 Cent billiger geworden ist. Aktuell kostet der Liter 1,93 Euro - am 23. Februar lag der Preis pro Liter noch bei 1,66 Euro.

In den Wochen nach Kriegsbeginn verteuerte sich der Kraftstoff viel stärker als E10. Die Dieselpreise sind zwar ebenfalls gesunken, allerdings nicht so stark wie die Benzinpreise.

Ölkonzerne haben Gewinne verfünffacht

Vor allem mit Blick auf die Ölraffinerien, in denen der Rohstoff zu Benzin weiterverarbeitet wird, fordert der Kraftstoffmarkt-Experte: "Was wir brauchen, ist mehr Wettbewerb." Denn obwohl die Ölpreise sinken, gehen die Spritpreise nicht im selben Verhältnis zurück. Dadurch können die Ölkonzerne hohe Gewinne einfahren: Nach Brancheninformationen haben sich die Gewinnmargen der Konzerne seit Januar mehr als verfünffacht.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 5. Juli 2022 um 06:41 Uhr.