PKW-Leuchtanzeige zeigt leeren Tank an | picture alliance / ZB

Autoverkehr Spritverbrauch in Deutschland gesunken

Stand: 02.08.2022 09:53 Uhr

Der Verbrauch von Benzin und Diesel lag im Frühjahr deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Das zeigen Auswertungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Ein Kraftstoff wird indes vermehrt getankt.

Der Spritverbrauch in Deutschland war im Frühjahr rund zehn Prozent niedriger als in den Jahren vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Das zeigen aktuelle Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zur Auslieferung von Kraftstoff an die Tankstellen. Offensichtlich haben sich die gestiegenen Preise für Benzin und Diesel auf das Tankverhalten der Autofahrer ausgewirkt.

Effekt auch der Lieferprobleme?

In den Monaten März bis Mai wurden rund vier Millionen Tonnen Benzin und knapp 8,4 Millionen Tonnen Diesel ausgeliefert. 2019, im letzten Jahr vor der Corona-Krise, waren es im gleichen Zeitraum noch 4,5 Millionen beziehungsweise 9,5 Millionen Tonnen. Damit war der Spritverbrauch jeweils um rund zehn Prozent rückläufig.

Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres lag die Menge der Auslieferungen dagegen mit fast vier Millionen Tonnen Benzin und etwas mehr als 8,4 Millionen Tonnen Diesel auch einem ähnlichen Niveau wie in diesem Jahr - allerdings trotz vieler Einschränkungen infolge der Pandemie.

Die stark gestiegenen Preise für Sprit dürften der Hauptgrund für die Zurückhaltung der Kunden an den Tankstellen sein. Im März waren die Spritpreise in bis dahin nie erreichte Höhen gestiegen. Beim Dieselverbrauch könnten zudem Lieferprobleme in Teilen der Wirtschaft eine Rolle gespielt haben. Diese dürften den Bedarf an Transport-Kapazitäten per Lkw verringert haben.

Die gestiegene Anzahl an Elektroautos ist im Vergleich zum deutschen Fahrzeugbestand noch zu klein, um den Rückgang beim Benzin- und Dieselverbrauch zu erklären. Der Anteil reiner Elektroautos liegt derzeit bei nur 1,3 Prozent, dazu kommen etwa ebenso viele Wagen mit Hybrid-Antrieb.

E10 kommt in Mode

Preisbewusstsein der Bundesbürger an der Zapfsäule dürfte auch der Grund dafür sein, dass in den vergangenen Monaten vermehrt die Benzinvariante E10 mit einem höheren Anteil an Bioethanol getankt wurde. Von März bis Mai 2022 lag der Anteil von E10 bei 22,8 Prozent, nach 16,6 Prozent im vergangenen Jahr und rund 13 Prozent in den Jahren zuvor.

E10 ist meist um sechs Cent pro Liter billiger als normales Superbenzin. Obwohl die meisten Motoren den Kraftstoff vertragen, wurde er in den vergangenen Jahren noch selten getankt. Laut ADAC liegt der Mehrverbrauch mit E10 bei einem bis 1,5 Prozent.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Juli 2022 um 06:41 Uhr.