Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette, die von Covid-19 verursachte Antigene nachweisen kann. | dpa

Corona-Pandemie Selbsttests sind Mangelware und teuer

Stand: 24.11.2021 11:29 Uhr

Wie schon zu Beginn der Pandemie sind Corona-Selbsttests für zu Hause wieder Mangelware - und teuer. Wann sich die Lage bessert, ist derzeit ungewiss. Die Nachfrage übersteigt schlicht das Angebot.

Ob dm, Rossmann, Rewe oder Aldi, die Antwort ist oft die gleiche. Wer derzeit nach Corona-Selbsttests für zu Hause sucht, bekommt zu hören: "Wir haben keine Tests mehr, wir wissen auch nicht, wann welche kommen." Auch online sind vielfach keine mehr verfügbar. Auf den Webseiten der Einzelhändler steht häufig der Hinweis: "Dieses Produkt ist derzeit nicht vorrätig."

Aufgrund der aktuell hohen Nachfrage könne es punktuell Probleme bei der Verfügbarkeit geben, bestätigt ein Sprecher der Drogeriekette Rossmann. Auch die Drogeriekette dm berichtete von einer ähnlichen Situation. "Derzeit kann es aufgrund der schwankenden Nachfrage sowie gestörter Lieferketten dazu kommen, dass nicht immer alle Produkte ausreichend verfügbar sind", sagt Geschäftsführer Sebastian Bayer. Die Drogerie bietet Selbsttests von drei verschiedenen Herstellern an. Online ist derzeit keiner der Tests verfügbar. Zwei der drei verschiedenen Tests waren der Webseite zufolge jedoch in Läden der Kette in allen Bundesländern zu kaufen.

Engpässe auch in Apotheken

Auch in Apotheken kommt es regional zu Engpässen. "In einigen Regionen gibt es derzeit Lieferengpässe für Schnelltests, andere Regionen haben noch keine Probleme", teilte eine Sprecherin des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) mit. Die Zulieferer für die Apotheken können nicht mehr alle Bestellungen bedienen. "Wir haben deshalb mit Engpässen bei Tests für Laien und bei professionellen Tests für unsere Teststellen zu kämpfen", heißt es beim Apothekerverband Nordrhein.

In welchen Regionen die Tests genau knapp sind, konnte die DAV-Sprecherin nicht sagen. "Wenn in einer Apotheke die Tests ausgegangen sind, wird sich die Leiterin oder der Leiter der Apotheke um schnellstmöglichen Nachschub bemühen. Deshalb kann sich die Verfügbarkeit in den Apotheken täglich ändern", betonte sie.

Bis zu sechs Euro pro Test

Die hohe Nachfrage und der akute Mangel an Nachschub führen dazu, dass die Tests wieder teurer werden. Tatsächlich sind die Zeiten vorbei - wie etwa im Sommer -, als die Inzidenzen niedrig waren und die Selbsttests wie Blei in den Regalen lagen und von einigen Einzelhändlern zu einem Euro pro Stück verramscht wurden. Derzeit schwanken die Preise enorm. Vielfach müssen die Verbraucher aber deutlich tiefer in die Tasche greifen als zuvor. Bei Amazon werden Fünfer-Packungen zu 30 Euro angeboten, also sechs Euro pro Stück.

Als Grund für die Probleme werden die unerwartet schnell steigenden Corona-Inzidenzen genannt. Viele Menschen wollen jetzt vor Besuchen bei Verwandten und Freunden auf Nummer sicher gehen und sich vorher testen, auch wenn sie längst geimpft sind. Auch aus Unternehmen gebe es vermehrte Nachfragen nach Schnelltests, berichten Anbieter. Sie würden vermehrt auf das Modell 2G Plus setzen - also auf geimpft oder genesen und zusätzlich getestet. Vielfach verweisen Einzelhändler aber auch auf die weiter gestörten Lieferketten, die verhinderten, dass Hersteller und Transportunternehmer entsprechend rasch auf die veränderte Lage reagieren könnten. Vor allem aber sei niemand darauf vorbereitet gewesen, dass sich die Situation so schnell wandle, berichten Apotheker und Einzelhändler.

Noch ist unklar, wann sich die Lage bessern wird. "Wir wissen absolut nicht, wann wir neue Tests geliefert bekommen", sagt eine Verkäuferin bei Aldi. Der rbb berichtet, dass erste Großhändler für Anfang Dezember eine erste Entspannung erwarten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. November 2021 um 17:00 Uhr.