Eine Frau telefoniert | picture alliance / dpa Themendie

Nach dem Brexit Drohen bald wieder Roaming-Gebühren?

Stand: 07.07.2021 09:06 Uhr

Seit Januar ist Großbritannien endgültig raus aus der EU. Für deutsche Mobilfunknutzer hat sich dadurch bisher aber noch nichts geändert. Sie müssen derzeit auf den britischen Inseln keine Roaming-Gebühren zahlen. Bleibt das so?

Seit dem 15. Juni 2017 fallen für Mobilfunknutzer in den Ländern der Europäischen Union keine zusätzlichen Kosten im Vergleich zu ihrem Heimatland mehr an. Telefonate, der Versand von SMS sowie das Surfen im Internet werden wie zu Hause abgerechnet. Das galt bis Ende Juni auch noch für Gespräche in Großbritannien, obwohl das Land seit Jahresbeginn nicht mehr der EU angehört. Ist es damit nun bald vorbei?

So verlangt der britische Anbieter EE (British Telecom) seit Monatsbeginn wieder Roaming-Gebühren für Telefonate, SMS und Datennutzung in der EU. Für die Kunden der vier großen deutschen Netzbetreiber, Telekom, Telefónica, Vodafone und 1&1 ändert sich vorerst noch nichts. Sie ermöglichen auch weiterhin kostenloses Roaming in dem Inselstaat.

Vodafone und Telekom geben Entwarnung

Es gebe bisher keinerlei Anzeichen dafür, dass Großbritannien aus der EU-Roaming-Regulierung austreten werde, heißt es bei Vodafone. Das Unternehmen versichert, dass sich deshalb für deutsche Kunden vorerst nichts ändern werde, ihnen also weiterhin beim Telefonieren und Surfen in Großbritannien keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Auch die Deutsche Telekom will an der Roaming-Regelung festhalten. "Bei uns bleibt Großbritannien in den EU-Tarifen, so wie jetzt etwa schon die Schweiz inkludiert ist", verkündet das Bonner Unternehmen. Damit bleibt alles beim Alten. Die Telekom weist darauf hin, dass neben Großbritannien und der Schweiz auch andere Nicht-EU-Staaten an der Roaming-Regelung teilnehmen: Norwegen, Island und Liechtenstein.

Großbritannien in der gleichen Stufe wie die Schweiz

Kunden des Netzbetreibers Telefonica/O2 müssen ebenfalls keine zusätzlichen Gebühren fürchten, wenn sie in Großbritannien ihr Mobiltelefon benutzen - zumindest bis Ende des Jahres. "Für O2-Kunden ändert sich nichts: Es greifen wie gewohnt die EU-Roaming-Konditionen", teilt das Unternehmen mit. Allerdings hat O2 Großbritannien in die gleiche Länderzone eingestuft wie die Schweiz, Andorra und Gibraltar. Dort fallen in der Regel höhere Gebühren an. Bis Ende des Jahres bleiben die Konditionen für O2-Kunden mit dem Reiseziel Großbritannien allerdings unverändert. Ob es ab kommendem Jahr teurer wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen, denn noch gibt es in Bezug auf die Roaming-Regelung keine Folgevereinbarung mit Großbritannien.

Ähnlich äußert sich auch der Anbieter 1&1. "Für die Kunden von 1&1 gelten in Großbritannien auch nach dem Brexit bis auf weiteres die EU-Roaming-Regeln", so die Aussage des Unternehmens. Zusätzliche Gebühren fallen damit also nicht an. Wer sichergehen will, dass die Aussagen der Mobilfunkanbieter tatsächlich auch zutreffen, sollte bei Reisen nach Großbritannien nach Einloggen ins britische Mobilfunknetz am Besten noch einmal seine SMS-Benachrichtigung durchlesen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Dezember 2020 um 11:36 Uhr in der Sendung "Umwelt und Verbraucher".