Elektrische Lastenräder vom Paketdienstleister Hermes.  | dpa

Versender bereiten sich vor Neuer Paket-Rekord zu Weihnachten erwartet

Stand: 19.10.2021 11:17 Uhr

Auch im laufenden Jahr dürfte das Geschäft mit Paketen zu Weihnachten ein neues Rekordniveau erreichen. Die Versender bauen ihre Kapazitäten aus. Das Wachstum schwächt sich allerdings ein wenig ab.

So viele Pakete und so viel Umsatz wie im Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr erwartet werden, hat es noch nie gegeben - darin sind sich die großen Versand-Konzerne bereits jetzt einig. Dabei hatte die Corona-Krise bereits im vergangenen Jahr den Paketversand auf ein zuvor noch nicht erreichtes Niveau gehoben.

Der Paket-Dienstleister Hermes etwa rechnet damit, im vierten Quartal in Deutschland 137 Millionen Sendungen zu befördern und damit rund neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor einem Jahr war das Geschäft noch um 20 Prozent gewachsen.

Der Trend zum Online-Shopping bleibt

Weihnachtsfeiern waren im vergangenen Jahr deutschlandweit abgesagt worden, gleichzeitig stieg der Versand von Paketen an. Dass die Anbieter nun eine erneute Steigerung gegenüber dem Rekordwert des vorherigen Jahres erwarten, zeigt wie dynamisch die Logistikbranche weiterhin wächst. Online-Händler wie Amazon gelten als die größten Profiteure der Corona-Einschränkungen. Die Einkaufsgewohnheiten der Bürger scheinen sich zudem langfristig verlagert zu haben - weg vom Einkauf in Läden und Shopping-Centern, hin zum Internet-Einkauf.

Die Logistikunternehmen rüsten entsprechend ihre Kapazitäten auf. "Wir sind für das zweite Weihnachtsgeschäft unter Pandemiebedingungen gut gewappnet", sagte Hermes-Deutschlandchef Olaf Schabirosky und verwies dabei auf Investitionen in die Digitalisierung und optimierte Abläufe auf der sogenannten letzten Meile, also auf der Strecke bis zur Zustellung an der Haustür. Zur Bewältigung der Mengen habe man die Personal-, Fahrzeug- und Sortierkapazitäten erweitert, sagte der Manager. Bei der Zustellung, in den Logistikzentren und in den Depots setzt die Tochterfirma des Otto-Konzerns im diesjährigen Weihnachtsgeschäft nach eigenen Angaben 3500 zusätzliche Arbeitskräfte ein.

Post stellt sich auf große Mengen ein

Auch Marktführer DHL geht von Steigerungen beim Paketversand zum Jahresende aus. Bei der Vorlage der Geschäftsergebnisse aus den ersten neun Monaten 2021 sagte Post-Chef Frank Appel vor einer Woche: "Der Welthandel hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich beschleunigt. Gleichzeitig sind die Sendungsmengen im E-Commerce-Geschäft unverändert hoch." Daher blicke man "optimistisch" auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Bereits im dritten Quartal hat der Konzern die Kapazitäten ausgebaut, um der Kundschaft die "gewohnte Servicequalität", sprich schnelle Zustellung, bieten zu können.

Die Paketdienstleister können schon jetzt die bis zum Jahresende erwarteten Sendungsmengen gut einschätzen, da sie vorab Verträge mit den Händlern abgeschlossen haben, deren Waren sie befördern. Als Weihnachtszeit gelten in der Paketbranche die letzten drei Monate eines Jahres - es ist der arbeitsintensivste Zeitraum für die Branche, besonders nach der Einzelhandels-Verkaufsaktion "Black Friday" Ende November.

Die Bewältigung höherer Mengen bedeutet für die Logistik-Konzerne zusätzliche Kosten, die sie teilweise an die Kunden weitergeben werden - was steigende Preise bedeutet. Die Post hat bereits eine Erhöhung der Firmenkundentarife für kommendes Jahr angekündigt. Damit werden die Versandkosten etwa für Online-Händler höher. Das Briefporto wird ebenfalls zum kommenden Jahresbeginn steigen.

"Peak-Zuschlag" bei UPS

Auch die beiden DHL-Konkurrenten, UPS und FedEx, haben bereits Zuschläge noch für dieses Weihnachtsgeschäft eingeführt. So erhebt UPS für bestimmte Sendungen ab Ende Oktober bis Mitte Januar einen "Peak-Zuschlag". Auch für Waren aus China sind erhöhte Zuschläge geplant. FedEx hat bereits bestehende Corona-Zuschläge für Sendungen in die USA und Kanada in der vergangenen Woche nochmals erhöht.

Über dieses Thema berichtete SWR aktuell am 19. August 2021 um 18:45 Uhr.