Ölpumpen

Brent verteuert sich weiter Ölpreis auf höchstem Stand seit 2014

Stand: 18.01.2022 10:12 Uhr

Der Anstieg der Ölpreise hat sich jüngst beschleunigt. Der Preis für die Sorte Brent kletterte nun auf den höchsten Stand seit Oktober 2014. Die Liste der Preistreiber ist lang.

Der Ölpreis ist am Morgen in Fernost auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren geklettert. Die Terminkontrakte auf die Nordsee-Sorte Brent stiegen zeitweise auf 87,55 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der höchste Preis seit Ende Oktober 2014. Für die amerikanische Referenzsorte WTI ist heute eine ähnliche Entwicklung zu erwarten.

Was steckt hinter dem Anstieg? Gleich mehrere Faktoren treiben derzeit die Preise. Für den aktuellen Preisschub machten Experten vor allem die Zuspitzung im Jemen-Konflikt verantwortlich, nachdem sich die Huthi-Rebellen zu Angriffen in Abu Dhabi bekannt hatten. Auch der Streit mit Russland wird als Risiko für die Sicherheit der Ölversorgung gesehen.

Auch fundamentale Gründe

Ein fundamentaler Grund für den schon seit Anfang Dezember dauernden Preisanstieg ist die Erwartung, dass sich die negativen Auswirkungen der Omikron-Variante des Coronavirus auf die Weltwirtschaft in Grenzen halten. Das hat zuletzt zu einer überraschend robusten Ölnachfrage geführt.

Gleichzeitig sorgen sich die Marktteilnehmer, dass das Ölkartell OPEC+ nicht in der Lage ist, die versprochene Erhöhung der Fördermenge um 400.000 Barrel pro Tag in jedem Monat zu erreichen. "Die Anzeichen deuten darauf hin, dass dies nicht so einfach ist und die Gruppe nach einer Zeit der Unterinvestitionen und Ausfälle ihre Ziele weit verfehlt. Dies dürfte den Ölpreis weiter stützen", so Craig Erlam vom US-Broker Oanda.

Schlechte Nachrichten für Autofahrer

In diesem Jahr haben die Ölpreise schon um mehr als zehn Prozent zugelegt. Seit dem Corona-bedingten Tief im Frühjahr 2020 summiert sich das Plus bei Brent auf fast 450 Prozent. Die Folgen sind an der Zapfsäule und an der Heizölrechnung abzulesen.

Hierzulande kommt noch ein Wechselkurseffekt hinzu. Da der Euro in den vergangenen Monaten wegen steigender Zinserwartungen in den USA auf dem Rückzug war, Rohöl aber in Dollar bezahlt wird, sind die Ölnotierungen in Euro gerechnet noch stärker gestiegen. Für Autofahrer ist das keine günstige Gemengelage. Jüngst war schon der Dieselpreis auf den höchsten Stand aller Zeiten geklettert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Januar 2022 um 09:00 Uhr.