Bayern:  Eine Frau mit Maske sitzt an einer Trambahn-Haltestelle in München. | dpa

Erstes Halbjahr Weniger Fahrgäste in Bussen und Bahnen

Stand: 21.09.2021 10:38 Uhr

Im öffentlichen Nahverkehr ist auch 2021 die Zahl der Fahrgäste wegen der Pandemie eingebrochen. In den ersten sechs Monaten lag das Minus bei 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Viele Menschen in Deutschland meiden weiterhin Busse und Bahnen. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs lag zuletzt immer noch weit unter dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Keine Arbeitswege durch das Home Office

Demnach zählten Nahverkehrsbetriebe im ersten Halbjahr 2021 knapp 3,5 Milliarden Fahrten - 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau, also dem ersten Halbjahr 2019, zeigt sich ein noch deutlicheres Minus von 42 Prozent. Rund 38 Millionen sogenannte "Personenkilometer" wurden dabei zurückgelegt, 25 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Vor allem zum Jahresbeginn hatten mit dem Lockdown viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz am eigenen Schreibtisch im Home Office, Arbeitswege fielen weg. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus ließ zahlreiche Menschen auf das eigene Auto oder Fahrrad umsteigen.

Dramatische Einbrüche im Fernverkehr

Vom Einbruch besonders betroffen waren nach Angaben des Bundesamtes die Fernzüge. Im Vergleich zum bereits von der Corona-Krise geprägten ersten Halbjahr 2020 ging die Zahl der Fahrgäste dort um 34 Prozent auf 28,0 Millionen zurück. Der Fernbusverkehr brach im ersten Halbjahr 2021 gar um 92 Prozent auf 0,3 Millionen Fahrgäste ein. 

Die Daten bilden den Statistikern zufolge den tatsächlichen Rückgang möglicherweise nicht vollständig ab. "Unter anderem deshalb, weil im Nahverkehr viele Fahrgäste Zeitkarten besitzen", hieß es vom Bundesamt. "Diese Tickets wurden vermutlich aufgrund der Pandemie vergleichsweise selten genutzt."