Auf einem Smartphonedisplay sind mehrere Apps wie Instagram, facebook, Telegram, WhatsApp zu sehen. | Jens Eberl/WDR

Studie der Netzagentur Pandemie stärkt Messengerdienste

Stand: 27.01.2022 12:41 Uhr

Die Beliebtheit von Messengerdiensten wächst weiter. Dabei verlieren die Marktführer WhatsApp und Facebook Messenger Marktanteile an Konkurrenten wie Signal, Discord und Telegram. Das zeigt eine Studie der Bundesnetzagentur.

Online-Kommunikationsdienste werden immer beliebter. Wie aus aktuellen Zahlen einer Verbraucherbefragung der Bundesnetzagentur hervorgeht, nutzten 88 Prozent der Deutschen zum Zeitpunkt der Befragung im August 2021 regelmäßig Messenger-Dienste wie WhatsApp, Facebook Messenger oder Signal. Im Jahr 2019 waren es 83 Prozent.

Dabei mussten die Dienste des Konzerns Meta (ehemals Facebook), WhatsApp, Facebook Messenger und Instagram Direct Messenger im Vergleich zur Befragung von 2019 Verluste hinnehmen. Bei WhatsApp und und Facebook Messenger betrug das Minus jeweils drei Prozent, beim Instagram Direct Messenger fünf Prozent. Allerdings ist WhatsApp mit 93 Prozent Nutzungsanteil nach wie vor der beliebteste Dienst, gefolgt von Facebook und Instagram.

Dagegen erreichten die Dienste Signal, Discord und Telegram Zuwächse. Bei Signal betrug das Plus neun, bei Discord acht und bei Telegram sechs Prozent. "Von der positiven Gesamtentwicklung konnten insbesondere die Wettbewerber des Meta-Konzerns profitieren. Während wir bei WhatsApp und Co einen leichten Rückgang feststellen, haben nahezu alle weiteren Dienste Nutzungsanteile hinzugewonnen", erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Online-Kommunikationsdienste in Deutschland
Anbieter Nutzungsanteil 2021 Vergleich mit 2019
WhatsApp 93% -3%
Facebook Messenger 39% -3%
Instagram Direct Messages 25% -5%
Skype/Skype for Business 20% +2%
Zoom 18% +18%
Telegram 16% +6%
Microsoft Teams 14% +14%
Snapchat 14% +2%
Signal 13% +9%
FaceTime 12% +3%
iMessage 10% +2%
Discord 8% +8%
Google Messages 7% +3%
Threema 5% +1%

"Multihoming" sehr beliebt

Zudem nutzen immer mehr Menschen verschiedene Dienste gleichzeitig, berichtet Homann: "Fast drei Viertel aller Nutzer betreiben mittlerweile sogenanntes Multihoming." Im Schnitt werden dabei drei verschiedene Messenger-Dienste parallel genutzt. "Multihoming entwickelt sich also immer stärker zum Standardfall." Allerdings geht es dabei meist um Dienste eines Anbieters, denn 60 Prozent der Befragten wollen nicht von Nutzern anderer Dienste kontaktiert werden.

Besonders die andauernde Pandemiesituation, in der Arbeits- und Privatleben zu einem Großteil ins Digitale verlagert wurden, trug zu einem deutlichen Anstieg der Nutzung bei. 39 Prozent aller Befragten gaben an, seither häufiger zu kommunizieren. Insbesondere die Nutzung der Videotelefonie-Funktion hat deutlich zugenommen. Ein besonders starkes Wachstum mit Nutzungsanteilen von 18 Prozent beziehungsweise 14 Prozent erreichen die Videokonferenzdienste Zoom und Microsoft Teams. Bei der Befragung des Jahres 2019 waren beide Dienste aus Verbrauchersicht noch kaum präsent.  

Allerdings spielten bei der Umfrage keinesweges nur Online-Dienste eine Rolle: Im Vergleich zur Internettelefonie bleibt das klassische Telefonat über Festnetz- und Mobilfunkanschluss deutlich beliebter. So können sich etwa 80 Prozent aller befragten Mobilfunk-Nutzer nicht vorstellen, zukünftig darauf zu verzichten. Auch über Festnetzanschlüsse werden wieder mehr Gespräche geführt als vor der Pandemie.