Zug und Busse am Bahnhof Iserlohn | picture alliance / Rupert Oberh

Verkehrsbetriebe erhöhen Preise Auch Bus und Bahn werden teurer

Stand: 02.11.2021 11:16 Uhr

Wer angesichts des teuren Sprits vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen will, muss sich auch dort auf steigende Kosten einstellen. Viele Anbieter planen zum Jahreswechsel höhere Ticketpreise.

Millionen Nutzer des Nahverkehrs in Deutschland müssen sich auf höhere Kosten für Fahrten mit Bussen und Bahnen einstellen. Zum Jahreswechsel wollen viele Verkehrsverbünde ihre Ticketpreise anheben. Regional fallen die Aufschläge allerdings sehr unterschiedlich aus.

"Das freut niemanden", hieß es vom Hamburger Verkehrsverbund (HVV) zur bevorstehenden Preiserhöhung in der Hansestadt. Zugleich verwies der Verbund auf die allgemeine Teuerung. Nur ein Teil der höheren Kosten werde an die Fahrgäste weitergegeben - den weitaus größeren Teil übernehme die Steuerkasse. Im Schnitt 1,3 Prozent mehr sollen die Hamburger ab dem Jahreswechsel voraussichtlich bezahlen. Der Preisaufschlag wäre noch erheblich höher ausgefallen, wenn der HVV nicht viele Millionen aus der Stadtkasse erhalten würde. Laut NDR liegt der Zuschuss in diesem Jahr bei 200 Millionen Euro und ist damit dreimal so hoch wie im Vorjahr.

Im Ballungsräumen zwischen 1,5 und 5,5 Prozent Aufschlag

Wie eine Auswertung der bevorstehenden Preisrunde durch der Deutsche Presse-Agentur ergeben hat, planen andere Nahverkehrsunternehmen noch weitaus stärkere Preiserhöhungen. Je nach Verkehrsverbund steigt der durchschnittliche Tarif danach sogar um bis zu 5,5 Prozent.

Einer der Spitzenreiter ist dabei der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Im VGN steigen die Tarife allerdings zum ersten Mal seit drei Jahren, so begründet die Verkehrsgesellschaft die Anhebung um durchschnittlich 5,5 Prozent. Dank Zuschüssen der Stadt bleiben in Nürnberg selbst die Tarife allerdings noch einmal stabil.

In München und Umgebung werden bereits am Mitte Dezember 3,7 Prozent auf den Fahrscheinpreis aufgeschlagen. In Stuttgart und Umgebung wird es 2,5 Prozent teurer. Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, dem einwohnerstärksten in Deutschland, steigen die Tarife mit 1,7 Prozent etwas langsamer. 1,5 Prozent sind es im benachbarten Rhein-Sieg- und im Rhein-Main-Verkehrsverbund, der große Teile Hessens umfasst.

Einnahmeausfälle und höhere Kosten

"Die Corona-Pandemie bescherte uns enorme Einnahmenausfälle", heißt es zur Begründung etwa aus München. Viele Verkehrgesellschaften müssen zudem höhere Energiepreise an die Kundschaft weitergeben oder neue Verkehrsangebote über steigende Tarife finanzieren.

Den umgekehrten Weg geht indes Bremen mit seinem niedersächsischen Umland, aber auch in Berlin und Brandenburg ändert sich nichts. Dort bleiben die Preise stabil - auch, um angesichts steigender Spritpreise wieder mehr Fahrgäste für den Nahverkehr zu gewinnen.

Bahn-Fernverkehr ab Dezember teurer

Für den Fernverkehr hatte die Deutsche Bahn bereits Anfang Oktober angekündigt, dass es teurer für Kunden wird: Ab dem 12. Dezember steigen die Preise hier um durchschnittlich 1,9 Prozent. Das ist der höchste Preisaufschlag seit 2012. Auch im Regionalverkehr werden die Tickets zum Fahrplanwechsel teurer.

Für Autofahrer sind die Kosten zuletzt deutlich schneller gestiegen. Der Dieselpreis hatte Ende Oktober laut ADAC erneut ein neues Rekordhoch von rund 1,56 Euro je Liter erreicht. Beim Benzin stehen die Preise mit rund 1,70 Euro pro Liter in der Nähe ihres bislang höchsten Niveaus aus dem Jahr 2012. Steigende Energiepreise sind auch ein Treiber der allgemeinen Teuerung. Die Inflationsrate hat im Oktober mit 4,5 Prozent nach Angaben des Statistischen Bundesamtes den höchsten Stand seit 28 Jahren erklommen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. November 2021 um 12:30 Uhr in der Wirtschaft.