Eine Hand dreht einen Heizkörper auf. | picture alliance / dpa

Heizkosten Stufenmodell soll Mieter entlasten

Stand: 16.02.2022 15:46 Uhr

Die Ampel-Koalition will Mieter stärker entlasten. Mit einem Stufenmodell soll die Aufteilung der CO2-Heizkosten zwischen Mietern und Vermietern neu geregelt werden.

Mit einem Stufenmodell will die Bundesregierung die Aufteilung der CO2-Heizkosten zwischen Mietern und Vermietern neu regeln. Das geht aus einem gemeinsamen Papier des Wirtschafts- sowie des Bauministeriums hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP soll das Stufenmodell am 16. März im Kabinett beraten werden.

Bisher tragen die Mieter die Kosten alleine. Das soll sich nun ändern. Der Anteil, mit dem sich Vermieter beteiligen, soll künftig davon abhängen, wie klimafreundlich das Gebäude ist. Das Stufenmodell sieht vor, dass Gebäude in sieben Stufen eingeteilt werden - je nach Höhe des CO2-Ausstoßes pro Quadratmeter im Jahr.

In der niedrigsten und damit klimafreundlichsten Stufe mit einem Ausstoß von weniger als fünf Kilogramm CO2 müssten die Mieter die gesamten Kosten fürs Heizen übernehmen. In der höchsten Stufe, worunter schlecht sanierte und schlecht gedämmte Gebäude mit mehr als 45 Kilogramm CO2-Ausstoß pro Quadratmeter fallen, müssten die Mieter nur lediglich zehn Prozent der Kosten tragen.

Stufenplan soll am 1. Juni kommen

"Insgesamt wird angestrebt, dass Mieter über alle vermieteten Gebäude hinweg nicht mehr als die Hälfte der Kosten für die CO2-Bepreisung bezahlen", heißt es in dem Papier. Vermieter, die bereits durch energetische Modernisierungen die CO2-Emissionen des Gebäudes gedämpft haben, sollten prozentual weniger belastet werden. Ziel des Stufenplanes sei es, Anreize für Sanierungen und gute energetische Qualität von Wohnungen zu setzen.

Ein entsprechender Plan ist bereits im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP festgehalten. Demnach soll zum 1. Juni 2022 ein Stufenmodell nach Gebäudeenergieklassen eingeführt werden. Sollte dies zeitlich nicht gelingen, werden die erhöhten Kosten durch den CO2-Preis ab dem 1. Juni 2022 zur Hälfte zwischen Vermieter und Mieter geteilt.

Eigentümerverband kündigt Verfassungsbeschwerde an

Der Eigentümerverband Haus & Grund kündigte an, man werde eine Verfassungsbeschwerde prüfen, sollte die Bundesregierung den Vermietern die CO2-Kosten ganz oder teilweise aufbürden. Wenn die Regierung die Bürger entlasten wolle, sei ein für alle Bürger gleich hohes Klimageld die beste Form. In einer Übergangsphase könnte die Bundesregierung den CO2-Preis auf Heizenergie aussetzen, schlug Warnecke vor.

Seit 2021 verteuert ein eingeführter CO2-Preis im Verkehrs- und Wärmebereich fossile Energieträger wie Öl und Gas. Der Preis steigt Jahr für Jahr schrittweise an. Das bedeutet für die Wohnung: Das Heizen etwa mit einer alten Ölheizung wird teurer.

Über dieses Thema berichtete mdr aktuell am 15. Februar 2022 um 22:55 Uhr.