Logo der Discounter-Kette Lidl an einer Filiale | picture alliance / Matthias Balk

THC-Gehalt zu hoch Lidl ruft Hanfkekse zurück

Stand: 25.08.2021 16:53 Uhr

Wegen möglicher "Stimmungsschwankungen und Müdigkeit" ruft Lidl einige seiner Cannabisprodukte zurück. Vorsorglich hatte der Discounter die Kekse, Riegel und Tees bereits aus dem Sortiment genommen.

Der Discounter Lidl ruft eine Reihe von Cannabisprodukten und ein Hanföl wegen eines erhöhten Gehalts des Wirkstoffs THC zurück. "Ein Verzehr dieser Lebensmittel kann unerwünschte gesundheitliche Folgen mit sich bringen, beispielsweise Stimmungsschwankungen und Müdigkeit", warnte Lidl heute in einer Mitteilung. Kunden sollten den Rückruf unbedingt beachten und die Produkte nicht weiter verwenden.

Betroffen seien Hanfkekse der Sorten Chocolate, Classic, Cranberry und Hash, die unter dem Namen "Mary & Juana" verkauft werden, und der Cannabistee "Tea of mind". Ebenfalls nicht verzehren sollen Verbraucher demnach den Proteinriegel "Raw Cannabis Protein Bar Apple". Die Lebensmittel werden alle vom tschechischen Hersteller Euphoria Trade hergestellt. Das kaltgepresste "Vita D'or Bio Hanföl" stammt vom Hersteller P. Brändle.

Die Produkte können laut Lidl in allen Filialen ohne Vorlage des Kassenbons zurückgegeben werden. Der Kaufpreis werde komplett erstattet, hieß es vom Unternehmen.

Staatsanwaltschaft hatte Artikel beschlagnahmt

Lidl hatte 21 Produkte wie "Cannabis-Cookies", "Hash-Brownies" oder "Cannabis-Energy-Drinks" in das Aktionssortiment aufgenommen. Vertrieben wurden sie von dem Startup "The Green Dealers".

Doch vor zwei Wochen hatte der Discounter bereits wieder alle Hanfprodukte aus dem Verkauf genommen - auch weil einige von ihnen von der Staatsanwaltschaft Heilbronn unter die Lupe genommen wurden. Man arbeite eng mit den Behörden zusammen, hatte Lidl mitgeteilt.

Die Polizei hatte für die Untersuchung nach eigenen Angaben in einer Discounter-Filiale im oberbayerischen Rosenheim "einige wenige Produkte" aus dem Hanf-Sortiment sichergestellt. Neben Cookies und Muffins seien auch Getränke zum Landeskriminalamt geschickt worden.

Artikel mit THC-Gehalt verboten

Laut den Ermittlern geht es um einen möglichen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Einem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge wird untersucht, "ob die Produkte, die dort angeboten werden, THC oder CBD enthalten". Es handle sich aber lediglich um einen Prüfvorgang, nicht um ein Ermittlungsverfahren.

Eigentlich sollten die Produkte keine berauschende Wirkung haben. In seinen Prospekten hatte Lidl sie als CBD- und THC-frei beworben. Überzeugen sollten die Artikel stattdessen durch ihren Geschmack und ihre Aufmachung. "Für den typischen Hanfgeschmack werden in den Rezepturen nur Hanfsamen verwendet", sagte ein Lidl-Sprecher gegenüber "t-online".

Für Produkte mit Cannabidiol (CBD) ist nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz eine Zulassung nötig. Der Handel mit Artikeln mit einem höheren Gehalt an berauschendem Tetrahydrocannabinol (THC) ist in Deutschland verboten. THC ist eine psychoaktive Substanz, die in Pflanzen der Gattung Hanf (Cannabis) vorkommt. THC wird der Hauptanteil der berauschenden Wirkung zugesprochen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 25. August 2021 um 17:30 Uhr.