Ein Einkauf liegt in einem Einkaufswagen in einem Supermarkt. | dpa

Inflation in Deutschland "Preisschock" bei Lebensmitteln befürchtet

Stand: 14.02.2022 11:04 Uhr

Um sieben Prozent könnten sich Lebensmittel nach Berechnungen des ifo-Instituts in diesem Jahr verteuern. Die Preise vieler landwirtschaftlicher Produkte sind zuletzt ungewöhnlich rasant gestiegen.

Die Experten des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts ifo erwarten in diesem Jahr einen empfindlichen Anstieg der Preise für Lebensmittel. "Nach unseren Umfragen planen in den kommenden Monaten mehr als zwei Drittel der Nahrungsmittelhersteller weitere Preisanhebungen", sagte der ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser der "Welt am Sonntag". Das seien so viele wie nie zuvor im wiedervereinigten Deutschland. "Somit dürften die Nahrungsmittelpreise in diesem Jahr ein maßgeblicher Inflationstreiber werden."

Das ifo-Institut rechnet damit, dass die Lebensmittelpreise 2022 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr ansteigen werden. Die Wirtschaftsforscher haben auch deswegen ihre Prognose für die Inflationsrate in Deutschland auf vier Prozent angehoben.

Erzeugerpreise um 22 Prozent hochgeschossen

"Die Teuerung in den Supermärkten fängt jetzt erst an", sagte Christian Janze von der Beratungsfirma EY der Zeitung. "Die Erzeugerpreise ziehen stark an, das hat am Ende dann auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, vor allem nach der nächsten Ernte." Es stehe ein "Preisschock" bevor.

Wie stark die Erzeuger die Preise landwirtschaftlicher Produkte zuletzt angehoben haben, zeigen die neuesten Berechnungen des Statistischen Bundesamts. Die Preise kletterten im Dezember um durchschnittlich 22 Prozent. "Dies ist der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Juli 2011", teilten die Statistiker mit. Pflanzliche Produkte verteuerten sich um 29 Prozent und damit besonders stark, tierische Erzeugnisse um 17 Prozent.

Schlechte Ernten

"Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten ist unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen", erklärte das Statistikamt. Dafür bleibe die hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland bei gleichzeitig geringen Erntemengen ausschlaggebend.

Den enormen Anstieg des Raps-Preises um 68 Prozent erklären die Statistiker damit, dass dieser auch für die Energiegewinnung genutzt werde, Ein weltweit sinkendes Angebot treffe auf hohe Nachfrage.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Februar 2022 um 23:00 Uhr.